Ostukraine: Kämpfe gehen weiter auf dem Land

Gespannte Ruhe in den großen Städten - Gefangenenfreilassung der Separatisten nur im Austausch

Während in den Zentren des Donbass Donezk und Lugansk gespannte Ruhe herrscht, gehen die Kämpfe in der Ostukraine gerade auf dem flachen Land weiter.

Gespannte Ruhe in den großen Städten

Donezk erlebte gestern den erstern schönen Frühlingstag und trotz vieler Paramilitärs auf der Straße, die Milizen der seperatistischen „Volksrepublik Donezk“  beherrschen die Stadt, waren zahlreiche Spaziergänger unterwegs. Hinter den Kulissen bereiten die Befürworter einer Abspaltung von der Ukraine weiter eine Volksabstimmung zu diesem Thema vor, die eine ihrer zentralen Forderungen ist und am 11.Mai über die Bühne gehen soll. Auch eine Unterstützungs-Kundgebung für die Separatisten fand gestern statt. Der in Kiew inhaftierte Separatistenführer und „Volksgouverneur“ Gubarew aus Donezk soll sich aktuell im Hungerstreik befinden. Im nördlich des Donbass liegenden Charkow herrscht nach lokalen Angaben Angst vor weiteren gewalttätigen Auseinandersetzungen mit dem neofaschistischen Rechten Sektor, die es hier bereits mehrfach gegeben hat.

Kämpfe auf dem Land

Weniger friedlich ging es derweil nach regionalen Meldungen in Soledare zu, wo ukrainische Soldate erneut eine Straßensperre der Antimaidaner angriffen, wobei es einen Toten und einen Verletzten gegeben haben soll. Ob die Eroberung dauerhaft gelang, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Die „slawischen Milizen“, wis sich die radikalen Antimaidaner vor Ort nennen, ziehen sich bei solche Angriffen oft von den attackierten Checkpoints kurzfristig zurück, nehmen in dann aber nach dem Abzug des Militärs ebenso in Besitz wie davor. In Kramatorsk sollen Milizen die Kontrolle über eine große Maschinenfabrik übernommen haben. In Gorlowka nahmen Milizen laut eigenen Angaben drei Kämpfer der ukrainischen Spezialeinheit Alfa fest, wie die Charkower Onlinezeitung Nahnews berichtet.

Gefangenenfreilassung nur im Austausch

In der angespannten Lage erklärte eine Vertreter der prorussischen Milizen, Gefangene nur im Austausch für eigene Inhaftierte bei den ukrainischen Regierungstruppen freigeben zu wollen – was auch negative Auswirkungen auf die Haftdauer der festgehaltenen deutschen Offiziere haben dürfte. Als eine der wenigen mäßigenden Kräfte im Land betätigt sich momentan hauptsächlich ausgerechnet Janukowitschs Ex-Partei „der Regionen“, die sowohl die Forderungen der Ostukrainer nach mehr Autonomie und dem Schutz der russischem Sprache, als auch den Zusammenhalt der Ukraine als ganzes unterstützt. Die Partei als Fürsprecher des ungeliebten früheren Präsidentenapparats hat jedoch in den letzten Monaten große Mengen an Mitgliedern und Einfluss verloren, auch an die radikal-separatistischen Kräfte. Aus Odessa berichtet die dortige Onlinezeitung Tajmer zudem, dass Amtsinhaber der Partei wie der dortige Bürgermeister auch von Euromaidan-Seite aus prorussisch und separatistisch diffamiert erdne,