Ostukraine: Boeing 777 abgeschossen [mit Videos]

Malaysische Passagiermaschine mit 295 Menschen an Bord im Donbass abgestürzt - ukrainische Regierung bezichtigt Separatisten, russische Experten zweifeln

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Eine Boeing 777 einer malayischen Fluggesellschaft (Foto zeigt einen vergleichbaren Typ) wurde heute über dem Bürgerkriegsgebiet im Donbass wahrscheinlich abgeschossen.

Das wird von den ukrainischen Onlinezeitungen Tajmer (Odessa) und Politnavigator (Kiew) übereinstimmend berichtet. An Bord waren 280 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder. Unterwegs war die Maschine von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Die Maschine stürzte auf die Stadt Tores bei Donezk ab.

Der Streit um die Schuld beginnt

Hauptverdächtig für den Abschuss waren zunächst die separatistischen Rebellen, da die ukrainische Armee nur über wenig Luftabwehr im Donbass verfügt. Da die Regierungstruppen bereits mehrfach Luftangriffe auf das Rebellengebiet geflogen haben, ist hingegen die Luftabwehr der Separatisten in ständiger Alarmbereitschaft. Die Rebellen haben aktuell kein funktionierende Luftwaffe, sondern nur einige Beutemaschinen, für die sie noch Piloten suchen. Von Seiten ukrainischer Regierungsvertreter, unter anderem dem Kiewer Ministerberater Anton Geraschtschenko, kam natürlich bereits ebenfalls die Schuldzuweisung in Richtung der Rebellen.

Zweifel an der Schuldzuweisung gibt es wiederum bei russischen Militärexperten, die bezweifeln, dass die Separatisten über Kriegsgerät verfügen, die eine Maschine in der Flughöhe eines Interkontinentalflugzeugs abschießen können.  Dere Möglichkeiten seien auf 5.000 Meter Flughöhe begrenzt – etwa die Hälfte der Flughöhe der Boeing.  Militärtechnik, die auf dieser Höhe wirksam werden könne, befände sich nur in den Händen der ukrainischen Armee. Auch könne eine solche Maschine nur schwer mit den ukrainischen Militärflugzeugen verwechselt werden. Mit Überlebenden ist bei einem Abschuss nicht zu rechnen, erste Aufnahmen vom völlig zerstörten Wrack sind bei verschiedenen Quellen zu sehen. Der Kontakt zur Maschine riss gegen 16:20 Uhr ab. Die Absturzstelle liegt unweit der russisch-ukrainischen Grenze. Der Abschuss einer Zivilmaschine wäre natürlich der Super-Gau für die Selbstdarstellung sowohl der Separatisten als auch der Regierungstruppen.

Filmaufnahmen wieder auf YouTube zuerst

Auf YouTube ist natürlich sofort zwei Videos aufgetaucht, die die mutmaßliche Absturzstelle angeblich zeigen soll:

Mehr Hintergründe und Indizien zum Flugzeugabschluss im Folgeartikel „Wer schoss die 777 ab?“

Foto: Wikimedia Commons