Ost-Ausschuss trifft Putin und Nasarbajew in Sotschi

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Im russischen Sotschi traf gestern eine Delegation des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Russlands Präsident Wladimir Putin, um über deutsch-russische Wirtschaftsprojekte zu sprechen. Die Unternehmerdelegation, die vom Vorsitzenden des Ost-Ausschusses Wolfgang Büchele geleitet wurde, bestand aus 20 hochrangigen Vertretern deutscher Investoren in Russland. An dem Treffen nahm kurzfristig auch der kasachische Staatspräsident Nursultan Nasarbajew teil, der zum zeitgleich stattfindenden Gipfeltreffen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) nach Sotschi gereist war. Präsident Putin wurde begleitet vom russischen Industrieminister Denis Manturow, Wirtschaftsminister Maxim Oreshkin und Energieminister Alexander Nowak.

„Es ist schon ein starkes Signal an die deutsche Wirtschaft, dass sich die Präsidenten der beiden größten Mitgliedsländer der Eurasischen Union gemeinsam so viel Zeit für ein Gespräch genommen haben. Dies zeigt ein überragendes Interesse an einer Intensivierung unserer Beziehungen und einer engeren Kooperation zwischen der EU und der Eurasischen Union“, sagte Büchele nach dem zweieinhalbstündigen Treffen. „Präsident Putin und die anwesenden Minister haben uns eine sehr konkrete Reformagenda der nächsten Monate vorgestellt. Dies erhöht die Chancen, dass die Rahmenbedingungen für deutsche Investoren in Russland, insbesondere für Mittelständler, weiter verbessert werden.“ Der Ost-Ausschuss bemüht sich seit längerem, eine Gleichbehandlung deutscher Investoren in Russland mit einheimischen Produzenten zu erreichen.

Die deutschen Unternehmensvertreter betonten ihre Bereitschaft, die Entwicklung eines konkurrenzfähigen und innovativen russischen Mittelstands tatkräftig zu unterstützen. Dazu hatten Mitgliedsunternehmen des Ost-Ausschusses in diesem Jahr bereits mehrere Kooperationsvereinbarungen zur Qualifizierung russischer Zulieferer mit der staatlichen Gesellschaft zur Förderung des Mittelstandes in Russland unterzeichnet. „Aktuelle Lokalisierungsprojekte deutscher Unternehmen zeigen, dass die deutsche Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten daran arbeitet, die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland weiterzuentwickeln“, sagte Büchele: „Wir verzeichnen eine wachsende Zahl von deutschen Investitionen in Russland mit Werkseröffnungen und Grundsteinlegungen fast im Wochenrhythmus.“ Außerdem verwies der Ost-Ausschuss-Vorsitzende auf die zuletzt kräftige Belebung des deutsch-russischen Handels. In den ersten sieben Monaten 2017 waren die Importe aus Russland um 27 Prozent und die deutschen Exporte nach Russland um 24 Prozent gewachsen. „Für das Gesamtjahr 2017 rechnen wir weiterhin mit einem Anstieg um rund 20 Prozent“. Auch der deutsch-kasachische Handel hat die Krise der Jahre 2014 bis 2016 inzwischen überwunden. In den ersten sieben Monaten legten die deutschen Ausfuhren nach Kasachstan um 19 Prozent zu, die Importe schnellten um 35 Prozent nach oben.

Große Kooperationschancen verbindet die deutsche Wirtschaft auch mit den Themen Digitalisierung, Landwirtschaft, Elektromobilität, Energieförderung und Energieeffizienz sowie Groß- und Einzelhandel. Hier stellten die beteiligten Unternehmen Präsident Putin ihre Projektvorhaben vor und baten um Unterstützung.

Eine große Herausforderung und politische Aufgabe für Russland ist die weitere Optimierung der Infrastruktur, die Steigerung der Produktivität etwa durch Einführung modernster Technologien sowie die Entwicklung von weltweit erfolgreichen Exportgütern mit hoher Wertschöpfung in Russland. „Hierzu kann die deutsche Industrie sehr viel beitragen“, sagte Büchele in Sotschi.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft wurde 1952 als erste Regionalinitiative der deutschen Wirtschaft gegründet. Der Ost-Ausschuss vertritt die deutsche Wirtschaft in bilateralen Gremien und führt jährlich eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen, Unternehmerreisen und Konferenzen in und über 21 Länder durch. Die Organisation mit Sitz in Berlin versteht sich als Kompetenzcenter der deutschen Wirtschaft für die osteuropäischen und zentralasiatischen Zukunftsmärkte. Der Ost-Ausschuss wird von fünf großen Wirtschaftsverbänden sowie rund 230 Mitgliedsunternehmen getragen.

Pressemitteilung Deutscher Ost.Ausschuss