Österreichischer Bundeskanzler: Wien und Moskau verhandeln über Kauf von einer Million Dosen Sputnik V

Österreichischer Bundeskanzler: Wien und Moskau verhandeln über Kauf von einer Million Dosen Sputnik V

Österreich beabsichtigt, im April 1 Million Dosen des Coronavirus-Impfstoffs Sputnik V aus Russland zu kaufen. Dies gab der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz bekannt, wie der Kurier berichtet.

„Beim Impfstoff darf es keine geopolitischen Scheuklappen geben. Das Einzige was zählen darf ist, ob der Impfstoff wirksam und sicher ist, nicht woher er kommt. Daher sind wir seit Februar in einem guten Austausch mit der russischen Seite, wofür ich sehr dankbar bin. Wenn Österreich eine Million Impfdosen zusätzlich bekommt, wäre eine frühere Rückkehr zur Normalität möglich und wir können viele Menschenleben sowie Arbeitsplätze retten“, erläuterte Kurz.

Das letzte Gespräch von Kurz mit Kirill Dmitrijew, dem Chef des RDIF, fand am 5. März statt. Seitdem wurden die Gespräche über den Vertrag mit dem RDIF fortgesetzt, aber es wurde bisher keine Entscheidung über den Kauf getroffen. Ein Non-Disclosure-Agreement zum Austausch vertraulicher Dokumente sei bereits unterzeichnet und ein Datenraum eingerichtet worden. Zudem würden Gespräche mit anderen europäischen Ländern zum dortigen Zulassungsprozess mit Sputnik V laufen.

Der russische Impfstoff ist noch nicht für den Einsatz in der EU zugelassen. Nichtsdestotrotz haben Ungarn und die Slowakei Sputnik V bereits einzeln registriert und Anfang Februar mit der Lieferung des Medikaments nach Budapest begonnen. Darüber hinaus haben der RDIF und die Schweizer Firma Adienne Pharma & Biotech eine Vereinbarung zur Produktion von Sputnik V in Italien unterzeichnet.

Bisher hatte der österreichische Bundekanzler immer gesagt, dass die Bedingung für die Lieferung des russischen Impfstoffs nach Österreich dessen Zulassung in der EU sei. Der RDIF hat den Antrag auf Registrierung des Medikaments im Januar eingereicht; im März begann die europäische Zulassungsbehörde EMA mit der Begutachtung des Zulassungsdossiers für das Medikament. Die Experten müssen nun die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs bewerten.

Bis heute sind in Europa nur vier Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen, die von Moderna, AstraZeneca, Pfizer/BioNTech und Johnson & Johnson entwickelt wurden.

[hrsg/russland.NEWS]

COMMENTS