Odessa: Massen-Schlägerei zwischen Antimaidanern und Ultras [mit Videos]

Heftige Straßenschlachte mit Verletzten und Toten

Während in Slawjansk die Waffen sprechen, gibt es auch in Odessa heftige Unruhen, über die die örtlichen Onlinezeitungen berichten. Hier gehen radikale Anhänger von Euro- und Antimaidan aufeinander los und es gibt heftige Straßenschlachten.

Demo radikaler Euromaidan-Ultras

Gegen 15 Uhr Ortszeit versammelten sich am örtlichen Domplatz in Odessa eine Menge von 1.000 bis 1.500 sogenannter Ultras. Das sind radikale proukrainische Fußballfans und weitere Anhänger des Euromaidan, darunter nach Angaben der örtlichen Onlinezeitung Tajmer viele Auswärtige. Bereits im Vorfeld erwartete man bei dieser Kundgebung Provokationen und Gewalt, wie sie bereits bei der gleichen Konstellation in Charkow vor einigen Tagen stattgefunden hatte.

Die lässt nicht lange auf sich warten, als etwa 500 radikale Antimaidaner von ihrer örtlichen Bastion am Kulikowo-Feld, wo sie seit Wochen eine Zeltstadt besetzen, aufbrechen, um den Ultras entgegen zu marschieren. Verzweifelt versucht die Miliz, die beiden Gruppen voneinander zu trennen:

Angriff  Antimaidan – Provokationen Euromaidan

Der Versuch scheitert. Die Ultras provozieren gemäß Tajmer daraufhin die anrückenden Antimaidaner mit Steinewürfen und Feuerwerkskörpern, später fliegen von beiden Seiten Rauchgranaten und Molotow-Cocktails. Der Zusammenstoß ist da noch keine halbe Stunde alt, es ist 15:30 Uhr Ortszeit. In der folgenden Stunde kommt es zu heftigen Zusammenstößen, zahlreichen Verletzten und auch Toten. Gegen 16:45 Uhr gehen die Euromaidaner in die Offensive. Zu dieser Zeit sollen laut Tajmer nur zwei Krankenwägen vor Ort sein. Die Polizei schafft es noch einmal, beide Gruppen zu trennen, über die Köpfe der Polizisten fliegen Steine und Molotow-Cocktails, Chaos überall. Hier ein Video-Eindruck unkommentiert vom russischen Sender Russia Today

Rückzug Antimaidan unter Polizeischutz

Auch Schüsse sind nun zu hören. Polizisten werden von beiden Seiten getroffen, auch Journalisten, wie der Kollege des Tajmer, von einem Gummigeschoss der Euromaidan-Seite. Die zahlenmäßig unterlegenen Aktivisten der Antimaidaner ziehen sich daraufhin zurück und werden unter Polizeischutz versucht, von der Menge der Ultras in Sicherheit gebracht zu werden. Zur Stunde ist noch keine Beruhigung der Lage eingetreten. Die genaue Anzahl der Opfer kann wohl erst im Laufe der Nacht festgestellt werden.