Obama: Mehr Engagement von Bundeswehr zum Schutz vor Russland

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[Von Michael Barth] – US-Präsident Barack Obama fordert von der Bundeswehr mehr Unterstützung der NATO-Truppen an deren östlichen Flanke. Die USA und weitere Verbündete drängen das deutsche Verteidigungsministerium zu deutlich mehr Präsenz, um die westlichen Anrainer und den Rest von Europa gegen die drohende Gefahr aus Russland zu schützen.

Schade eigentlich, denn insbesondere Deutschland war, zumindest bis zu den Wirtschaftssanktionen, auf dem besten Weg, die guten Deutsch-Russischen Beziehungen fest in Stein zu meißeln. Und mit einem Mal sehen sich Angela Merkel und Ursula von der Leyen mit einer Forderung konfrontiert, die alle Bemühungen auf die Schnelle wieder auf das Niveau der 80-er Jahre zurücksetzen könnte.

Denn es steht leider zu befürchten, dass sich die Bundesregierung dieser Aufforderung nicht erwehren kann und ein Truppenkontingent entsenden wird. Zumal Kanzlerin Merkel am kommenden Montag noch das Treffen mit Obama im Beisein der Regierungsoberhäupter Großbritanniens, Frankreichs und aus Italien ins Haus steht. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird bei diesem kleinen Gipfel in Hannover das Thema ebenso auf das Tablett gebracht.

Somit gerät Berlin in Zugzwang, aber auch in eine Zwickmühle. Bislang hatte sich die Bundesregierung bei den Planungen betont zurückgehalten. Die NATO hingegen rechnet im Rahmen einer Stationierung einander ablösenden NATO-Einheiten fest mit der verstärkten Beteiligung Großbritanniens und Deutschlands in Polen, Rumänien sowie den baltischen Staaten, wie das Magazin „Der Spiegel“ in seiner heute erschienenen Ausgabe mitteilte.

Im Juli will die NATO auf ihrem Gipfel in Warschau die neue Mission unter Dach und Fach bringen. Dies sei als zusätzliches Signal für die östlichen Bündnispartner zu verstehen, die sich massiv von Russland bedroht fühlten.

[Michael Barth/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.