Nicht nur Öl geht über die Türkei in den Schwarzmarkt

Tribune de Genève
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Die Schweizer »Tribune de Genève« berichtet, dass die Türkei nicht nur im Ölhandel für den IS tätig ist, sondern auch Baumwolle aus den vom IS besetzten Gebieten in den Handel bringt und so dem IS zu Einnahmen verhilft.

„Baumwolle ist eine der wichtigsten Ressourcen Syriens und diese ist jetzt in den Händen des IS“, lautet der Artikel vom Montag. „Die Baumwolle geht durch die Türkei, die es von Mittelsmännern, die auch noch daran verdienen, bekommt.“

Die Baumwolle wird für die Herstellung von Kleidung mit westlichen Markenzeichen verwendet und es sei dann schwierig die Herkunft des Materials nachzuweisen. Die an diesem Markt Beteiligten seien außerdem stärker an einer guten Qualität der Ware interessiert als an deren Herkunft, schreibt der Autor des Artikels.

„Das Geld, das wir für Kleidung ausgeben geht oft an den IS, der damit Waffen kauft, die gegen unschuldige Menschen gerichtet werden und zur Finanzierung des in unseren Demokratien wütenden Terrors verwendet wird.“

„Die Einnahmen, die der IS vom Verkauf der Baumwolle hat, müssen zu den täglichen 2 Millionen $ aus dem Ölhandel hinzugerechnet werden, hinzu kommt das Eigentum der ausgeraubten und getöteten Menschen und auch das Lösegeld für die schon industriell betriebenen Entführung von Menschen“, so die Ausführungen des Autors.

Nach Angaben der Zeitung hat der IS mehrere Finanzierungsquellen, die sich jährlich auf 290 Mio. $ summieren:

Erstens, sind da die Menschen, die in dem vom IS besetzten Gebiet leben – 6 Mio. im Nordirak und 2 Mio. in Syrien –; sie müssen 10 % ihres monatlichen Einkommens abgeben.
Zweitens verdient der IS an 40.000 Barrels Öl täglich 800.000 $, wobei der Preis unter 20 $ pro Barrel beträgt und damit extrem günstig ist.
Außerdem kassiert der IS 50 % der Gehälter der irakischen Beamten, die auf dem von ihm besetzten Gebiet leben, so die »Tribune de Genève«.
(hmw/russland.ru)