Neueste Fakten zum Attentat

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Der Selbstmordattentäter in der St. Petersburger Metro war laut Aussagen der Strafverfolgungsbehörden strafrechtlich ein unbeschriebenes Blatt.

Er hatte keine Vorstrafen, war den Behörden nie aufgefallen und war auch nicht in der Datenbank der Geheimdienste. Auch als er russischer Staatsbürger wurde, gab es keine Probleme, alles nahm seinen normalen Verlauf.

Die Ermittler überprüfen derzeit seine Kontakte in den sozialen Netzwerken, ob es irgendwelche terroristischen oder extremistischen Beziehungen gibt. Nach vorläufigen Angaben könnte er Kontakt zu syrischen Extremisten gehabt haben – die Ermittler prüfen, ob er in Syrien war und an Kämpfen teilgenommen hat. Nicht auszuschließen sei auch, dass er über das Internet angeleitet worden ist und so den Bau von Sprengkörpern gelernt hat.

Fest steht: Er war ethnischer Kirgise, geboren und lebte in Osch, Kirgisiens zweitgrößte Stadt. und ist mit 16 Jahren aus Kirgisien nach Moskau gezogen, so der kirgisische Geheimdienst. Mit 16 Jahren bekam er anstandslos die russische Staatsbürgerschaft, weil sein Vater Russe ist.

Anlässlich des Attentats wurden sechs Asiaten in St. Petersburg festgenommen, die beschuldigt werden, seit November 2015 Personen für islamische, terroristische Gruppen angeworben zu haben. Eine Beziehung zum Attentäter konnte bisher nicht festgestellt werden.

Inzwischen wurde auch Genaueres zum zweiten, nicht explodierten Sprengsatz in der Metrostation »Ploschtschad Wosstanija« bekannt.
Wäre der Sprengsatz explodiert, wäre es zu einer unvorstellbaren Katastrophe gekommen: Die selbst gebaute Bombe enthielt 1kg TNT – ca. viermal so viel wie die in der Metro explodierte – und war außerdem in einem Übergang von zwei Linien zentral positioniert. An diesem Kreuzungspunkt befinden sich ständig ca. 200 Menschen.

Der Stationsinspektor Albert Sibirskij sagte dem TV-Kanal Rossija-24:
„Ich habe die Station inspiziert, habe dabei dieses Objekt gefunden und es sofort gemeldet. Es lag an einem Übergangspunkt zwischen zwei Linien, wo immer große Menschenmengen sind, von überall kommen 150 bis 200 Menschen.“

Die Prüfung der Bombe soll ergeben haben, dass sie per Handy gezündet werden konnte, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gazeta“. Deshalb waren von den Behörden die Mobilfunknetze gesperrt worden.

[Hanns-Martin Wietek/russland.news]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.