Neuausrichtung der Raumfahrt Russlands

Nach seinem Ausstieg aus dem Programm der Internationalen Raumstation ISS wird Russland bei der Realisierung anderer Raumfahrtprojekte möglicherweise mit China kooperieren. Das sagte der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin am Montag in Gursuf auf der Krim.

„Bei der EXPO-Ausstellung Ende Juni in Harbin werden wir mit unseren chinesischen Kollegen über neue Projekte in der bemannten Raumfahrt verhandeln. Möglich wäre die Teilnahme auch anderer Partner.“ Rogosin erinnerte daran, dass die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos im Juni Vorschläge zu neuen interplanetaren Projekten unterbreiten soll. Bei der Verwirklichung dieser Projekte sollten Kapazitäten des neuen russischen Raumbahnhofs Wostotschny im Gebiet Amur genutzt werden, der derzeit gebaut werde.

Rogosin bekräftigte ferner, dass Russland aus dem ISS-Projekt nicht vor 2020 aussteigen wird. „Wir sehen keinen Sinn, an dem Projekt nach 2020 mitzumachen.“ Dabei widersprach der Vizeregierungschef den Behauptungen, dass Russland das Projekt vorzeitig verlassen will. „Das stimmt nicht. Das Programm hat eine Laufzeit bis 2020. Ob es dann (auf Vorschlag der USA) bis 2024 verlängert wird – das ist sehr zweifelhaft.“

„Die Finanzierung der ISS verschlingt rund 30 Prozent des Roskosmos-Budgets, während die Abgabe äußerst gering ist. Wir sehen keinen kommerziellen Sinn mehr. Hätte man uns andere finanzielle Konditionen vorgeschlagen, hätten wir das unter die Lupe genommen“, sagte Rogosin.

Desweiteren erklärte Rogosin, dass Russland GPS-Stationen auf seinem Territorium ab dem 31. August demontieren wird, falls die USA die Stationierung ähnlicher Anlagen des russischen Navigationssystems GLONASS auf ihrem Territorium ablehnen.

„Sollte es bis zum 31. Mai keine Fortschritte geben, wird Russland die GPS-Stationen zum 1. Juni für drei Monate abschalten. Wenn es sich auch dann nichts tut, werden die GPS-Stationen demontiert“, sagte Rogosin. Diese GPS-Stationen hätten mit dem Empfang herkömmlicher Signale für Navigationssysteme nichts zu tun. Es gehe um die Übertragung von Daten an den seismologischen Dienst der USA. Die Demontage würde die US-Militärs unangenehm treffen, hieß es.
Mit Material von Stimme Russlands und RIA Novosti