Nemzow-Mörder zu 11 bis 20 Jahren Strafkolonie verurteilt

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Der Moskauer Bezirks-Militärgerichtshof hat, nachdem er die fünf Angeklagten des Mordes an Boris Nemzow, einem Oppositionspolitiker, schuldig gesprochen hat, jetzt das Strafmaß verkündet.

Der Haupttäter Dadajew erhielt 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 100.000 Rubel ($ 1.660) und die vier anderen Verurteilten erhielten Strafen zwischen 11 und 19 Jahren und ebenso hohe Geldstrafen. Alle werden ihre Strafen in einer Hochsicherheits-Strafkolonie ableisten.
Der Hauptangeklagte Dadajew, der den Rang eines Leutnants hat und ein weiterer Verurteilter im Rang eines Fähnrichs wurden vollständig degradiert. Dadajew wurde zusätzlich sein Tapferkeitsorden genommen.
Die zweijährige Untersuchungshaft wurde auf das Strafmaß angerechnet.

Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen zwischen lebenslänglich und 17 Jahren gefordert. Einer der Anwälte der Verurteilten erklärt gegenüber Journalisten, dass man Einspruch gegen dieses Urteil einlegen werde.

Die Tochter des Ermordeten forderte, dass endlich die Hintermänner gefasst und noch wesentlich härter bestraft werden müssen.
Als Auftraggeber und Organisator des Mordes gilt Ruslan Mukhudinov, ein ehemaliger Offizier des Tschetschenischen Geheimdienstes. Mukhudinov wurde in Abwesenheit angeklagt. Ein Strafverfahren gegen ihn läuft separat, seit November 2015 steht er auf der internationalen Suchliste.

Boris Nemtso war unter dem ehemaligen Präsidenten Jelzin stellvertretender Ministerpräsident, Ko-Vorsitzender der Parnas-Partei und Abgeordneter im Bezirksparlament von Jaroslawl. Er wurde am 27. Februar 2015 auf der Großen Moskwarezkij-Brücke über die Moskwa in der Innenstadt von Moskau erschossen.

[Hanns-Martin Wietek/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.