Müdes 1:1 gegen Südkorea – Akinfejew patzt und Kerschakow verhindert Schlimmeres

Da hatten die Russen mehr erwartet – in der Nacht auf Mittwoch schlossen Russland und Südkorea den ersten Durchgang in der Vorrunde mit einem müden Kick und einem Ergebnis ab, das beiden keine Freunde machte. Für Aufregung sorgte vor allem der unnötige Fehler von Russlands Torwart Igor Akinfejew, der zur zwischenzeitlichen Führung der Südkoreaner führte.

Akinfejew hatte einen durchaus haltbaren Ball durch die Hände ins Tor rutschen lassen. „Es liegt nicht am Ball, es liegt an den Händen“, sagte Akinfejew nach dem Spiel. Er entschuldigte sich bei den Teamkollegen und den Fans: „Das war ein kindischer Fehler, ein dämliches Tor. Das nehme ich voll und ganz auf meine Kappe.“

Dieses dumme Versehen spiegelt gut das gesamte Spiel wieder. Beide Teams wirkten verschüchtert, fast ängstlich und erstickten zunächst gegenseitig ihre Aktivität. Vielleicht war die Abschottung der Sbornaja in Itu samt Twitter-Verbot dann doch das falsche Mittel – jedenfalls wollte es scheinen, als seien die Spieler gerade aus dem Winterschlaf erwacht und blinzelten träge im noch ungewohnten Sonnenlicht.

Während in Durchgang eins kaum etwas passierte, kam nach der Pause etwas Fahrt ins Spiel, aber Zählbares kam dabei für beide Teams nicht heraus. Da musste Akinfejews Unachtsamkeit passieren, damit das Match nicht vollständig zum „langweiligsten Spiel der WM“ verkam. Nach der glücklichen Führung durch Keun-Ho Lee in der 68. Minute entschloss sich Russlands Trainer Fabio Capello zu einem Wechsel – in der 71. Minute nahm er Kokorin raus und brachte Kerschakow.

Und das erwies sich als goldrichtig – nur drei Minuten später erzielte der Petersburger Stürmer den Ausgleich für Russland. Capello sagte nach dem Spiel: „Kerschakow ist ein fantastischer Spieler, der immer für ein Tor gut ist.“

Das Unentschieden ist insgesamt folgerichtig, keine der beiden Mannschaften hätte wohl einen Sieg verdient. Russland muss dringend eine Schippe drauflegen, soll das Ziel, (mindestens) ins Achtelfinale zu kommen, erreicht werden. Ein kleiner Trost: auch Gruppengegner Belgien hatte Mühe gegen Algerien, im Unterschied zu den Russen erkämpften sie sich aber doch noch einen 2:1-Sieg. [sb]