Moskowiter stehen Posten vor der Deutschen Botschaft in Moskau

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[Hanns-Martin Wietek] Moskauer Bürger haben am Dienstag vor der Deutschen Botschaft in Moskau Posten bezogen und fordern die Entfernung einer Karikatur von der russischen Web-Site der »Deutschen Welle«, die ihrer Meinung nach die russischen Paralympioniken verspottet.

Etwa 50 Menschen – meist Studenten und andere junge Leute – stehen mit Schildern wie »Stoppt die Verspottung von olympischen Symbolen« und »Wir fordern eine Entschuldigung« vor der Deutschen Botschaft.

„Wir fordern, dass der deutsche Sender umgehend diese Karikatur von seiner Web-Site nimmt, weil sie nicht nur die Gefühle und die Würde der behinderten russischen Athleten beleidigt, sondern die der gesamten olympischen Bewegung,“ sagte Denis Dawydow der Vorsitzende der Jugendorganisation der Partei »Einiges Russland«. „Darüber hinaus soll sich die Führung der »Deutschen Welle« offiziell bei den Athleten unseres paralympischen Teams für ihr unangemessenes und respektloses Verhalten gegenüber dem Sport behinderter Menschen entschuldigen.“

„Offensichtlich ist es wichtiger, anderen eine politische Meinung einzuimpfen, als Normen und Moral der journalistischen Ethik zu beachten“, meinte Dawydow abschließend.

Die russischsprachige Web-Site des staatlichen Auslandssenders »Deutsche Welle« hatte am 8. August anlässlich des Ausschlusses der russischen Paralmypioniken eine Karikatur von Sergej Elkin zu diesem Thema veröffentlicht.

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Der Text in der Karikatur lautet:

»Sie haben den russischen Paralympioniken den Ausgang gezeigt.
Die paralympische russische Nationalmannschaft ist von der Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 ausgeschlossen worden. Grund dafür ist das Doping-Staatsprogramm. Karikaturist Sergej Elkin kommentiert diese Entscheidung. «

(Hanns-Martin Wietek/russland.news)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.