Moskau weist Vorwurf der Steuerung der Demonstrationen in Montenegro zurück

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[Von Peter Mühlbauer] – Ministerpräsident Djukanović will sein Land in die NATO aufnehmen lassen.

Seit gut einem Monat finden vor dem Parlament des Balkanstaates Montenegro regelmäßig größere Demonstrationen statt, in denen der Rücktritt der Regierung gefordert wird. Am 18. Oktober versuchten die Demonstranten erfolglos, in das Gebäude zu gelangen. Sechs Tage darauf kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen 15 Polizisten und 25 Demonstranten verletzt wurden – die meisten davon durch Tränengas.

Hintergrund der Demonstrationen und der Forderungen nach einem Rücktritt der Regierung ist das Vorhaben des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Milo Djukanović, sein Land in die NATO zu führen, weil ihm das seinen Worten nach die Unabhängigkeit sichert. Das Militärbündnis hat Djukanović auf seinem Gipfeltreffen in Wales eine Einladung bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Nimm der montenegrinische Ministerpräsident diese Einladung sofort an, könnte der NATO-Beitritt womöglich noch vor der nächsten Parlamentswahl Anfang 2016 vollzogen werden.

Die Frage eines NATO-Beitritts ist in Montenegro auch eine Frage der Identität: Gut drei Viertel der Bevölkerung des 625.000-Einwohnern-Staats, der kleiner ist als die Steiermark, sind orthodoxe Serbokroatischsprecher, die sich praktisch nur durch ihre Geschichte von Serben unterscheiden.

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