Moskau optimiert Verkehrswege

Investitionen in Schiene, Straßen und Flughäfen steigen bis 2020

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 [Von Ullrich Umann/gtai] In der Metropole Moskau fließen bis 2016 Investitionen von 1,8 Billionen Rubel (rund 40 Mrd. Euro) in den Sektor Transport und Verkehr. Davon stammen 1 Billionen Rubel aus dem Haushalt der Stadt und 0,3 Billionen Rubel von privaten Investoren. Den Rest kommt aus dem föderalen Budget. Mit knapp über der Hälfte aller Ausgaben liegt der Straßenbau an vorderster Stelle. Es folgt der Ausbau der Schienenwege, insbesondere der U-Bahn.

Bis 2016 werden in der Stadt Moskau gemäß der Verkehrswegeplanung knapp 94 km Straße gebaut. Dass die Kosten pro Kilometer hoch ausfallen, liegt unter anderem an den Grundstückspreisen und den kostspieligen Verfahren, um die geplante Streckenführung realisieren zu können. Hinzu kommen Ausgaben zur Planung, für Gutachten und für Genehmigungen in der dicht besiedelten 13-Millionen-Metropole. Neben Straßen im Stadtgebiet werden Zufahrten zu den Autobahnen M-1 (Belarus), M-3 (Ukraina), M-4 (Don) und M-5 (Ural) gebaut.

Auf dem Moskauer Eisenbahnring sollen künftig neben Gütern auch Passagiere befördert werden. Dafür wurde der drittgrößte Ausgabenposten im Gesamtpaket angesetzt. Es sollen 64 Passagierund Umsteigebahnhöfe, darunter 57 innerhalb des Moskauer Stadtgebiets, entstehen. Für den Ausbau des Luftverkehrs werden die drei internationalen Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo modernisiert und erweitert, unter anderem mit zusätzlichen Startund Landebahnen. Allerdings ist die russische Regierung, die generell zuständig für die internationale Luftfahrt ist, noch keinerlei Verpflichtungen gegenüber den privaten Betreibern von Domodedowo eingegangen. Dieses Verfahren zieht sich seit Jahren hin und eine Lösung ist nicht absehbar.

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Wie die staatliche Eisenbahngesellschaft RZD schätzt, wird sich das Passagieraufkommen in Moskau und Umgebung bis 2025 auf 1,6 Mrd. Menschen verdoppeln. Davon werden 73% über öffentliche Verkehrsmittel befördert (im Moskauer Stadtgebiet 78%, im Moskauer Umland 66%). Dafür werden die Vorort- und Regionalverbindungen zwischen der Metropole und dem Umland besser vernetzt.

Die Investitionen werden auch nach 2016 nicht abnehmen, sondern eher anwachsen. Schätzungen gehen von 6 Billionen Rubel (etwa 133 Mrd. Euro) aus, die bis 2020 in den Transport fließen. Davon werden voraussichtlich 1,7 Billionen Rubel die Föderation und 3,2 Billionen Rubel die Haushalte der Stadt Moskau und des Moskauer Gebiets beisteuern. Mit 1,1 Billionen Rubel sind private Investoren eingebunden.

Für zusätzliche Flughafenfinanzierungen stehen der Nationale Wohlstandsfonds (FNB) und der Russische Fonds für Direktinvestitionen (RFPI) bereit. Neben staatlichen und quasistaatlichen Finanzquellen zeigen sich die Sberbank, die Bank Moskwy, Gasenergostroy, Gastechleasing, Trinity Development Group (Kanada), TIH D&D (Südkorea) und die Ulusoy Travel Transport Inc. (Türkei) interessiert.