Moody’s bestätigte das Rating Russlands auf „Ramsch-Niveau“

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Die Agentur Moody’s bestätigte das nationale Rating Russlands auf dem Niveau Ba1, heißt es in einer Pressemeldung der Ratingagentur, was allgemein als „Ramsch-Niveau“ gilt.

Die Prognose wird mit „negativ“ bewertet. Die Entscheidung, das Rating Russlands nicht gesenkt zu haben, erklärten die Experten von Moody’s damit, dass die russische Wirtschaft auch unter den Bedingungen des Preisverfalls beim Erdöl am Anfang des Jahres sowie der erforderlichen  Korrektur des Budgets insgesamt Stabilität demonstriert hat.

Als positiv wurde auch die Tatsache angesehen, dass das Niveau der Inflation im März auf 7,3 % gegenüber 12,9 % am Ende des vergangenen Jahres gesunken ist. Bei Moody’s geht man davon aus, dass die Inflation bis zum Jahresende etwa auf diesem Niveau bleiben wird, und zum Ende 2017 könnte sich auch der Preisanstieg im Jahresdurchschnitt auf 5 % verringern.

Dabei blieb die Prognose „negativ“ bestehen, da die Experten die Einleitung der Maßnahmen gegen  das niedrige Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung als zu langsam befanden. Bei Moody’s wies man darauf hin, dass die Wahlen in den kommenden zwei Jahren – in diesem Jahr zur Staatsduma und 2018 die Präsidentenwahlen –  die Durchführung unpopulärer Reformen behindern.

Eine Erhöhung des Ratings wäre möglich im Falle der Verkündung eines klaren und begründeten Wirtschaftsprogramms für die mittelfristige Perspektive, die auch die Beendigung der Abhängigkeit vom Erdöl- und Erdgassektor einschließt.

Ende Februar 2015 hatte Moody’s das staatliche Kreditrating Russlands auf Ba1 mit einer negativen Prognose herabgestuft. Am 5. März dieses Jahres wurde das Rating einer Revision mit der Möglichkeit einer Absenkung unterzogen.
(Hartmut Hübner/russland.ru)

Über den Autor

Hartmut Hübner
Gelernter und sogar diplomierter Journalist. Nachdem ich im Ergebnis einer Fahrt auf einem Riesenrad von meinem ursprünglichen Wunsch, Pilot zu werden, endgültig Abschied genommen hatte, beschloss ich als, „rasender Reporter“ aus der ganzen Welt zu berichten. Als „Mittagspausen-Notenkoch“ im Schulfunk und Volontär bei der Berliner Zeitung „Junge Welt“ begann meine journalistische Karriere, die sich nach dem Studium als Verantwortlicher für eine Zeitung im sächsischen Gesundheitswesen, Pressesprecher an der Leipziger Sporthochschule DHfK und Redakteur an der Leipziger Volkszeitung fortsetzte, bis ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und ein freies Korrespondentenbüro in Moskau übernahm. Das war 1995 – und seither lässt mich Russland nicht mehr los.