Montenegros Bürger fordern Referendum

image_pdfimage_print

Wie der Vorsitzenden der „Bewegung für Neutralität Montenegros“, Stefan Djukic, sagt, sollten die Einwohner des Landes besser selbst über die Zukunft ihres Landes entscheiden, schreibt die »Iswestija«.

Man müsse von der Regierung von Montenegro verlangen, einen Volksentscheid über einen Beitritt zur NATO durchzuführen, denn die Mehrheit der Bevölkerung lehne inzwischen einen NATO-Beitritt ab. Haben in der jüngeren Vergangenheit noch 44 Prozent der Bürger bei Umfragen angegeben, für einen Beitritt zu sein, so seien es jetzt nur noch 40 Prozent mit abnehmender Tendenz.
Die derzeitige Regierung wolle ohne Befragung des Volkes so schnell wie möglich der NATO beitreten, so Stefan Djukic, es fehle nur noch die Zusage von den USA.

Es gäbe mehrere Gründe für die immer stärker werdenden Vorbehalte der Bevölkerung:
Schon immer gab es gute Beziehungen zu Russland, man fühle sich den russischen Menschen verbunden. Hinzukomme, dass man den Angriff der NATO 1999 auf Jugoslawien nicht vergessen habe – auch Montenegro habe darunter gelitten. Im Übrigen erkennen die Menschen keinen Sinn im Beitritt zu irgendeinem Militärbündnis, denn keiner wolle das Land angreifen, man wolle neutral bleiben. Und die Gelder, die in das Militär investiert werden müssten, sollten besser sozialen, kulturellen und Bildungsaufgaben zur Verfügung stehen.

[hmw/russland.news]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.