Militäraufmarsch der Nationalgarde in Odessa

Durchsuchungen von "verdächtigen Personen"

Nach übereinstimmenden Meldungen mehrerer örtlicher Medien sind auf den Straßen in Odessa in der Südukraine starke Einheiten der ukrainischen Nationalgarde eingerückt.

Die Onlinezeitung Tajmer berichtet, die offizielle Aufgabe der Einheiten sei die „Terrorbekämpfung“ und zeigt zahlreiche Fotos der eingerückten Soldaten. Diese würden aktuell auch in allen sozialen Netzwerken zirkulieren. Die Soldaten würden „verdächtige“ Personen anhalten und durchsuchen, berichtet die ukrainische Onlinezeitung Politnavigator. Unter dem Artikel finden sich zahlreiche Kommentare angesichts der Aktion aufgebrachter Bewohner der Stadt. Bei den Teilen der Bevölkerung, die dem Euromaidan kritisch gegenüber steht, ist die Nationalgarde, in der zahlreiche westukrainische Neonazis Dienst tun, verhasst.

In der Region Odessa gab es in den letzten Tagen mehrere Explosionen, für die proseparatistische Guerilliaeinheiten verantwortlich gemacht werden. Das Klima in der Stadt ist seit Monaten aufgeheizt, insbesondere seit am 2. Mai dieses Jahres ein Mob aus Euromaidanern nach einer Straßenschlacht das örtliche Gewerkschaftshaus in Brand gesteckt hat, wobei es zahlreiche Tote gab. Seitdem ist der antimaidanische Teil der Bevölkerung nur noch im Untergrund aktiv. Kritik gab es vor Ort auch an der nach Meinung vieler Beobachter ungenügenden Strafverfolgung der Gewalttäter des 2. Mais, der zur Euromaidanischen Seite gehörte.

Roland Bathon, russland.RU; Grafik: Logo der Nationagarde