Medwedew – Politik und Kultur

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Am Sonntagabend, dem Vorabend seines Besuches in China, gab Ministerpräsident Medwedew dem chinesischen kommunistischen Parteiorgan »Volkszeitung« ein Interview. Er wies darauf hin, dass beide Länder den gemeinsamen Plan hätten, den Handelsumsatz binnen 5 Jahren auf 200 Milliarden USD zu bringen.

„Wir planen für die nächsten Jahre  Großprojekte, die unseren Handelsumsatz um Dutzende von Milliarden Dollar erhöhen werden, und die Entwicklung wird weiter positiv sein. Unsere Länder haben sich das große Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den bilateralen Handelsumsatz auf 200 Milliarden USD zu bringen, und es ist unsere feste Absicht, diese Aufgabe zu erfüllen.

Die Situation in der Weltwirtschaft ist kompliziert und dies wirkt sich ohne Ausnahme auf alle Länder aus. Dass der Handelsumsatz zwischen Russland und China in diesem Jahr eine fallende Tendenz aufweist, ist vor allem dem Einbruch der Ölpreise geschuldet.“

Medwedew erklärte weiter, nicht ohne eine gewisse Befriedigung , dass sich die Struktur des Handels mit China verändert habe. Der Anteil an landwirtschaftlichen Produkten und an Produkten mit hohem Mehrwert nähme einen größeren Anteil ein.

„Dies begünstigt die Diversifizierung der russischen Wirtschaft und regt die Unternehmen an, sich aktiver in die Weltwirtschaft einzubringen, indem sie sich ihre eigenen Nischen suchen und mit Produkten mit höherem Mehrwert auf den Weltmarkt gehen.

Wir haben Verhandlungen über ein Handelsabkommen und über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion und China begonnen. Eine solche Vereinbarung würde günstige Bedingungen für die praktische Zusammenarbeit schaffen, langfristige Investitionen anziehen und den Handel stimulieren.“

 

Am Freitag hat Medwedew aus einem Zimmer seiner Residenz Gorki bei Moskau im Fernsehen live ein Fragment aus den letzten Kapiteln von Tolstois »Krieg und Frieden« vorgelesen. Er beteiligte sich damit an einem – wie er sagt – der gewaltigsten Literaturereignisse:

Zum 150. Jahrestag der Erstveröffentlichung des Romans begann am Dienstag ein ununterbrochenes Vorlesen des nicht nur inhaltsschweren, sondern auch umfangreichen Romans.
1.300 Leser aus 34 russischen und Städten der Welt, darunter London, Paris, New York und Peking haben ein Fragment, das einer Seite des Textes entspricht, erhalten und lasen es vor.
Politiker, Sportler, Wissenschaftler, Schauspieler und Studenten, unter ihnen auch die Ur-Ur-Enkel Lew Tolstois – Vladimir Tolstoi, ein Berater des russischen Präsidenten und Fyokla Tolstaya, TV-Moderatorin und Initiatorin dieses Marathons – nahmen an dieser besonderen Art einer Gedächtnisfeier teil.
Diese öffentliche Lesung von Tolstois Meisterwerk wurde im Fernsehen, über verschiedene Radio-Sender und im Internet übertragen.
(Hanns-Martin Wietek/russland.ru)

Essays über Lev Nikolaevič Tolstoj, einen der größten Schriftsteller der Welt
von Hanns-Martin Wietek:

Lev Nikolaevič Tolstoj Teil I – Der Mensch Tolstoj

Lev Nikolaevič Tolstoj Teil II – Das Schriftstellergenie

Lev Nikolaevič Tolstoj Teil III – Denker und Philosoph