Medikamente für Kinderkrankenhaus im Donbass

image_pdfimage_print

Eine erste Hilfssendung von Medikamenten im Wert von 10 000 Euro für ein Kinderkrankenhaus in der ostukrainischen Krisenregion übergab am Samstag, einen Tag vor Beginn der in Minsk vereinbarten Waffenruhe zwischen den Aufständischen und der ukrainischen Armee, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE im Bundestag, Wolfgang Gehrcke.

„Unsere Partei hatte vor wenigen Wochen einen Spendenaufruf gestartet und innerhalb kurzer Zeit kam ein Betrag von 70 000 Euro zusammen, den wir für die medizinische Hilfe im Donbass einsetzen wollen. Die erste Lieferung habe ich  vor Ort übergeben“, erläuterte Gehrcke gegenüber russland.RU.

Organisiert wurde die Bereitstellung der dringend benötigten Arzneimittel über einen russischen Hilfsfonds. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen  überquerten er  und seine Begleitung am frühen Samstagmorgen die Grenze zum umkämpften Gebiet und übergaben die dringend benötigten Medikamente, die zuvor in Russland gekauft worden waren, an das Kinderkrankenhaus in Gorlowka südlich von Donezk.

„Auf der Fahrt wurde unser Konvoi beschossen, aber es kam glücklicherweise niemand zu Schaden“, berichtete er. Er sei erschüttert gewesen über das Ausmaß der Verwüstungen infolge des Krieges in der Region. „Wie immer bei militärischen Konflikten leiden immer die Schwächsten am meisten, vor allem die Kinder,  Bei meinen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen in der Ostukraine wie auch mit  Einwohnern kam immer wieder der Wunsch zum Ausdruck, dass die in Minsk erzielten Vereinbarungen  diesmal von allen Seiten umgesetzt würden.“

Am späten Sonntagnachmittag kehrte der Linken.Politiker nach Berlin zurück. „Ich soll allen Spendern  ganz herzlich für die erwiesene Hilfe danken und gleichzeitig dazu auffordern, in der Bereitschaft zur Unterstützung der von den Kämpfen betroffen  Menschen in der Ostukraine nicht nachzulassen“, erklärte er. Auf einer Pressekonferenz am Montag will er über weitere Einzelheiten seiner Reise informieren.

Hartmut Hübner/russland.RU

Über den Autor

Hartmut Hübner
Gelernter und sogar diplomierter Journalist. Nachdem ich im Ergebnis einer Fahrt auf einem Riesenrad von meinem ursprünglichen Wunsch, Pilot zu werden, endgültig Abschied genommen hatte, beschloss ich als, „rasender Reporter“ aus der ganzen Welt zu berichten. Als „Mittagspausen-Notenkoch“ im Schulfunk und Volontär bei der Berliner Zeitung „Junge Welt“ begann meine journalistische Karriere, die sich nach dem Studium als Verantwortlicher für eine Zeitung im sächsischen Gesundheitswesen, Pressesprecher an der Leipziger Sporthochschule DHfK und Redakteur an der Leipziger Volkszeitung fortsetzte, bis ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und ein freies Korrespondentenbüro in Moskau übernahm. Das war 1995 – und seither lässt mich Russland nicht mehr los.