„Die Macht der Musik“ – eine Ausstellung über das Alexandrow-Ensemble

Foto: Mil.ru

Im Dezember jährt sich die Flugzeugkatastrophe, bei der 2016 unweit von Sotschi beinahe sämtliche Mitglieder des legendären Alexandrow-Ensembles ums Leben kamen. Das Ensemble – Aushängeschild der russischen Armee und musikalischer Botschafter Russlands – wird im kommenden Jahr 90 Jahre alt. Gleichzeitig jährt sich zum 70. Mal sein denkwürdiger Auftritt auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Aus diesem dreifachen Anlass entsteht nun in Berlin eine Ausstellung.

Das Berliner Konzert von 1948 vor mehr als 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern wird noch heute von vielen als erste Freundschaftsgeste der sowjetischen Besatzungsmacht gegenüber den Deutschen interpretiert: „Am 18. August 1948 singen Sieger für Besiegte. Die Befreier sind nun Besatzer. Berlin ist längst eine geteilte Stadt. Vier Sektoren markieren das politische Weltgeschehen. Das Konzert vor dem ausgebrannten Schauspielhaus dirigiert Boris Alexandrow, Sohn und Nachfolger des Ensemble-Gründers. Als Wiktor Nikitin »Kalinka« singt, sind alle aus dem Häuschen. Als er auf deutsch »Im schönsten Wiesengrunde« anstimmt, verstehen die Berliner die großherzige Geste – Sieger und Besiegte müssen nicht auf ewig Feinde sein.“ So beschreibt Sebastian Köpcke die Situation auf der Webseite des Ausstellungsprojekts (www.alexandrow-expo.de).

Jahreszahlen und Jubiläen sind sind das eine, das andere ist ein Bedürfnis nach Verständigung zwischen Ost und West, welche zur Organisation dieser Gedenkausstellung geführt haben. Die beiden Berliner Sebastian Köpcke und Claudia Opitz haben das Ensemble als Kinder miterlebt. Sebastian Köpcke gestaltet seit 30 Jahren Ausstellungen, und die Autorin Claudia Opitz reiste früher als selbst als Tänzerin zu Gastspielen in die Sowjetunion.

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