Lugansk, Dnjepropetrowsk und Donezk: Gewalt auf den Straßen [Videos aus Youtube]

Gewalt bei Demo in Donezk - Antimaidan-Gebäudebesetzungen in Lugansk - Schlägerei in Dnjepropetrowsk - Normalisierung in Slawjansk - weiter Euromaidaner-Straßensperren Odessa

Ganz unterschiedlich klingen Meldungen aus Donezk und Lugansk, wenn man sie in deutschen oder russischen Massenmedien verfolgt. russland.RU hat sich zu Gewalttätigkeiten in Donezk und Lugansk wieder einmal auf die Suche nach der Wahrheit und Amateuraufnahmen vor Ort gemacht, die meist bessere Bilder liefern, als die mehrere Tausend-Euro-Modelle von deutschen oder russischen Staatsmedien.

Sprengung Euromaidan-Demo in Donezk

Die Meldungen über die Sprengung einer proukrainschen Demonstration durch Antimaidaner sind in Deutschland und Russland sehr verschieden. Kaum zu erwähnen ist, dass die Demonstrationsteilnehmer und Schuldigen von deutschen und russischen Medien völlig unterschiedlich geschildert werden. Spricht man bei Tagesschau und Spiegel bei den Demonstranten von „Vertretern der örtlichen Mehrheit, die bei der Ukraine bleiben wollen“, berichten russische Medien über ukrainische Faschisten. Nach unseren Erkundigungen vor Ort dürften es örtliche Anhänger des Euromaidan gewesen sein, deren Demonstration gewaltsam gesprengt wurde. In der örtlichen Bevölkerungsmehrheit sind sie ebenso wenig, wie mehrheitlich nur Faschisten. Hier auf jeden Fall Aufnahmen aus Erster Hand von vor Ort:

Lugansk: Weitere Gebäudebesetzungen

Diese fanden heute begleitet von Gewalttätigkeiten statt. Zusätzlich besetzt wurden laut der Charkower Onlinezeitung Nahnews die Staatsanwaltschaft und das Fernsehzentrum. In deutschen TV etwas unter ging eine der Ursachen, die vorherige Verhaftung mehrerer Antimaidan-Oppositioneller. Auch sind im TV-Zentrum Euromaidan-treue TV-Stationen untergebracht. Aber warum sollte eine ausgewogene Berichterstattung Gründe für einen „prorussischen“ Volkszorn schildern. Ist es doch einfacher und schneller, die „gewalttätigen Separatisten“ als „Mob“ (Zitat von ARD-„Korrespondentin“ Golineh Atai) zu bezeichnen. Gefordert wurde von den Oppositionellen die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen. Hier Aufnahmen örtlicher Filmer aus Lugansk:

Odessa: Verstärkte Bewachung und Fortbestand Euromaidaner-Straßensperren

Aufgrund der Vorkommnisse in Lugansk wurde die Bewachung von Regierungsgebäuden in Odessa und anderen Städten der mehrheitlich russischsprachigen Ukraine verstärkt, wie die örtliche Onlinezeitung Tajmer berichtet. Die heutige Sitzung des Stadtrates von Odessa wurde abgesagt. Auch die umstrittenen örtlichen Straßensperren, hier übrigens, wie in Deutschland nicht berichtet von den Euromaidanern, bestehen fort:

Slawjansk: Normalisierung mit Barrikaden

Wie wir schon berichtet haben, ist die ukrainische Militäraktion mit Schwerpunkt Slawjansk gescheitert und die von „slawischen Milizen“ besetzten Barrikaden stehen noch immer.  Wie örtliche Medien berichten, haben sich die unerschütterlichen Bewohner jedoch sogar daran mittlerweile gewöhnt. Die Kindern gingen nun auch wieder zur Schule.

Dnjepropetrowsk und Kriwoj Rog: Angriff auf Antimaidan-Wahlkämpfer

In Dnjepropetrowsk und Kriwoj Rof, wo der Euromaidan die Oberhoheit über die Straße hat, ist die Situation nicht weniger explosiv als weiter im Osten. Zwei Wahlkampftruppen von Janukowitschs Ex-Partei „der Regionen“ wurden in beiden Städten heute auf der Straße von Trupps mit Baseballschlägern und Eisenstangen überfallen, ihr Infostand zerlegt und ein Aktivist der Partei krankenhausreif geschlagen. Die Wahlkampf-Materialien wurden mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen „verziert“, so dass die Herkunft des Überfallkommandos geklärt sein dürfte. Die „Partei der Regionen“ zählt aktuell zu den gemäßigten Antimaidanern und tritt für eine Föderalsierung, jedoch gegen eine Abspaltung des ukrainischen Ostens bei. Ihre Machtstellung und ihr Image wurde in den letzten Jahren auch bei den Ostukrainer böse ramponiert.Kritisiert wird von ostukrainischen Medien jedoch die Tatsache, dass derartigen mutmaßliche Gewalttätigkeiten von Euromaidanern von der Regierung konsequent ignoriert würden.