Kult-Rock per YouTube: Die Biting Elbows aus Moskau [mit Musikclips]

"Bad Motherfucker" jetzt auch live - und natürlich das Gewalt-Original

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Über die Biting Elbows aus Moskau hätten wir doch schon viel früher etwas machen können – werden jetzt so manche Fans sagen, die diese Moskauer Band – in großer Mehrheit über das Internet – schon kennen gelernt hat. Immerhin ist ihre bekannteste Single „Bad Motherfucker“ ein Release bereits aus dem letzten Frühjahr. Unser Problem war aber immer das Fehlen eines jugend- und gewaltfreien Musikclips. Denn die Biting Elbows, die schon seit 2008 existieren und mit ihren sehr international klingenden, harten Indie-Rock manch bekannten US-Rocker alt aussehen lassen, haben alles, aber keine gewaltfreien Musik-Clips. Und wir sind keine ab-18-Seite.

Genau die Mischung aus hartem Sound und abgedrehten Videos hat dem Quartett aber auch mit zum Durchbruch verholfen. Nachdem der erste Clip „Stampede“ 2011 noch ein Insider-Erfolg blieb, verschaffte 2013 „Bad Motherfucker“ mit 19 Millionen (!) Zuschauern den Biting Elbows den internationalen Durchbruch. Das Video ist Kult, super inszeniert, super geschnitten und super gewalttätig – inklusive einer großen Anzahl von Todesfällen im Verlauf des Songs. All das noch dazu aus der Ego-Shooter-Perspektive. Regisseur (und Sänger) Ilja Naischuller wird wegen seinen Biting-Ellbows-Clips in der Presse auch schon mal mit dem US-Kultregiesseur Quentin Tarantino verglichen. Wahrscheinlich, weil man seinen gewalttätigen Videos vielen vorwerfen kann – aber nicht, dass sie nicht exzellent inszeniert wären. Naischuller ist übrigens auch der Ehemann der bekannten russischen Schauspielerin Daria Tscharuscha. Dass die „Biting Elbows“ bereits mit Rock-Größen wie Guns ´n´ Roses oder Placebo auf der Bühne gestanden haben, ist seit ihrem eigenen Durchbruch in Russland nur noch eine Randnotiz wert.

Warum berichten wir also nun doch von den Biting Elbows? Wahrscheinlich, weil uns ohne einen Artikel über den Hype etwas wichtiges, was Russland im letzten Jahr der weltweiten Netzgemeinde geschenkt hat, fehlen würde. Und weil sehr viele internationale Zuhörer der Rocker auch nach all den Monaten noch nicht gemerkt haben, dass ihre Top-Band tatsächlich aus Russland stammt. Und, was das wichtigste ist, weil es endlich eine gewaltfreie Live-Version des Songs gibt, den wir unseren empfindlicheren Zuschauern als Alternative anbieten können. Denn die „Biting Elbows“ waren Ende letzten Jahres bei der von einem südkoreansischen Autokonzern gesponserten Veranstaltung „YouTube Music Awards“ zu Gast und dan hat die russische Abteilung des Clip-Giganten gleich selbst die offizielle Live-Aufnahme von „Bad Motherfucker“ online gestellt.

So hier der berüchtigte Original-Clip des Songs (Achtung! Extrem gewalttätig und nicht jugendfrei)

Und hier die  harmlosere, aber musikalisch ebenso schöne Live-Aufnahme