Kubas Präsident will in Moskau bilaterale Beziehungen wiederbeleben

Moskau – Kubas Präsident Raúl Castro hat sich bei einem Besuch in Moskau mit der russischen Führung auf eine Wiederbelebung der einst engen bilateralen Beziehungen verständigt. „Wir hatten Zeiten anderer Beziehungen, diese heute sind pragmatischer“, sagte der Präsident Putin bei dem Treffen am Mittwoch. „Dennoch ist alles, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, jetzt Teil unseres gemeinsamen Wohlstandes“, sagte Putin.

Putin und Castro hatten sich bei der Begrüßung wie alte Freunde umarmt und mehrmals davon gesprochen, dass sie über dieses Treffen sehr froh sind. „Kuba ist unser alter Traditionspartner, wir sind sehr froh, sie zu sehen“, sagte Putin am Anfang des Gesprächs.

Castro legte zu Beginn seines Besuchs zunächst einen Kranz auf dem Grabmal des unbekannten Soldaten nieder. Er traf dann mit dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew zusammen. Laut Medwedew verständigten sich beide auf eine engere Zusammenarbeit „im wirtschaftlichen und humanitären Bereich“ sowie auf regelmäßige Konsultationen.

„Wir sind vor Kurzem in Brasilien zusammengekommen, wo die Idee entstanden ist, Sie zu einem Arbeitsbesuch nach Russland einzuladen. Ich bin sehr froh, dass Sie diese Arbeitsvisite abstatten“, sagte Medwedew. „Es ist sinnvoll, Positionen zu internationalen Fragen, zu Fragen der bilateralen Beziehungen zu vergleichen“. „In letzter Zeit haben wir das Potenzial der russisch-kubanischen Beziehungen beträchtlich gestärkt. Die Weltwirtschaft und Finanzen befinden sich in einer komplizierten Lage, es gibt auch sehr viele Widersprüche in den internationalen Beziehungen. All dies drückt auch der inneren Situation in unseren Ländern seinen Stempel auf“, sagte er.

Einem Berater Putins zufolge werden zudem gemeinsame „Projekte in den Bereichen Transport, Raumfahrt, Telekommunikation und Pharmazie“ besprochen. Zudem solle der russische Ölkonzern Sarubeschneft seine Investitionen in Kuba bis 2025 auf umgerechnet 2,35 Milliarden Euro erhöhen. Die russische Zeitung „Kommersant“ berichtete, Kuba wolle auch Vereinbarungen im Rüstungsbereich erzielen.

Die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Kuba waren nach dem Ende der Sowjetzeit praktisch ausgesetzt worden. Der Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 20 Jahren bedeutete zugleich ein Ende der wirtschaftlichen Unterstützung Moskaus für Havanna. Castro war zuletzt 2009 nach Moskau gereist, um den damaligen Präsidenten Medwedew zu treffen. Putin war im Jahr 2000 als erster post-sowjetischer Staatschef ins kommunistische Kuba gereist, wo er Raúl Castro und dessen Bruder und Vorgänger im Amt, Fidel Castro, traf.
[russland.RU]