Krisenpanik nach Rubelsturz hat sich gelegt

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Nachdem die russische Bevölkerung in den den ersten Tagen nach dem abrupten Rubel-Kursabsturz panikartig ihre Guthaben auf den Banken abgehoben und die Geschäfte gestürmt hatte, ist am Wochenende danach Ruhe eingetreten. Nachdem der Rubel am 16. Dezember kurzfristig die 100-Marke für einen Euro überschritten hatte, hat er sich mittlerweile wieder im Bereich von 74 Rubel pro Euro eingependelt. Eine Wiederholung des Totalabsturzes von 1998, die von vielen befürchtet worden war, hatte sich nicht eingestellt.

In den beiden Hauptstädten war es nur in Einzefällen zu Zahlungsschwierigkeiten bei den Banken gekommen. Bei Stichprobenbesuchen in den Petersburger Filialen von Baltijski Bank, Energomaschbank und Sberbank konnten keine längeren Warteschlangen vor den Schaltern oder Bankomaten festgestellt werden.

Nur in einigen Provinzstädten waren die Reserven an Rubel und Valuta zeitweise ausgegangen. Alles in allem hat sich das Wirtschaftssystem wieder gefangen – wenn auch auf tiefem Niveau.

Grossunternehmer zu Valuta-Opfern überredet?

Inwiefern dazu Präsident Putins selbsicherer Auftritt an der grossen Medienkonferenz beigetragen hat, ist fraglich. Experten- und Medienstimmen äusserten sich mehrheitlich skeptisch zu den Massnahmen zur Krisenbekämpfung. Man warf ihm unter andere vor, dieselben Instrumente wie bei der Weltwirtschaftskrise von 2008 anzuwenden, obwohl die Situation eine völlig andere war.

An einer Krisensitzung mit den wichtigsten Wirtschaftsvertretern wurden Schritte zur Stabilisierung der russischen Währung verhandelt, über die Ergebnisse des Treffens wurde jedoch wenig bekannt. Wie Gazeta.ru vemutet, wurde dabei versucht, die Grossunternehmer zum Verkauf eines Teils ihrer Deviseneinkommens zu Gunsten des Rubels zu überreden – gewissermassen als patriotische Pflicht.

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