Krimtataren: Gefährliche Fremde und Titularnation?

Krimtataren unter russischer und sowjetischer Herrschaft – Das Verhältnis zwischen Russen und Krimtataren seit der Eroberung der Halbinsel durch das Zarenreich (1783) wird oft, und das nicht ohne Grund, als gewaltsame Konfliktgeschichte gelesen. Diese gipfelt in den tragischen Ereignissen um die Deportation der krimtatarischen Bevölkerung nach Zentralasien im Frühling 1944.

Dessen ungeachtet sind über lange Zeit hinweg und vor allem auf lokaler Ebene auch Phasen des slawisch-tatarischen Zusammenlebens und der Ausgestaltung gemeinsamer Lebenswelten zu beobachten, wie auch Phasen der Gewährung weitreichender Partizipationsmöglichkeiten für die muslimische Krimbevölkerung durch die russische beziehungsweise sowjetische Macht. Beide Aspekte – einerseits die Gewalt, andererseits die Inklusion des aus russischer Sicht „fremden“ muslimischen Elements – werden in dem Vortrag behandelt.

Univ.-Prof. Dr. Kerstin S. Jobst ist Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören neben polnischer und russischer Geschichte auch die der Ukraine und der Halbinsel Krim. Sie ist Autorin unter anderem folgender Werke: „Geschichte der Ukraine“ und „Die Perle des Imperiums: Der russische Krim-Diskurs im Zarenreich“.

31.03.2014, 19:45 Uhr

Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall
Dominikanerbastei 6/6
A – 1010  Wien

Eintritt: 4.- Euro (Mitglieder frei)