Krimkrise – zwei Jahrzehnte Goodwill und Vertrauen für die Katz?

[Von Eugen von Arb] Die Stimmung ist gedrückt in der russischen Ausländergemeinde – die meisten sind geschockt wegen der Vorgänge in der Ukraine. Noch vor kurzer Zeit hatte man dem Berliner Mauerfall vor zwei Jahrzehnten gedacht, und gesagt: “Nie wieder!” Und nun schiesst in der Ukraine eine neue Mauer in die Höhe, die noch viel unüberwindbarer erscheint, weil sie in den Köpfen steckt.

Noch vor einem halben Jahr sprach man von einer baldigen Aufhebung der Visumspflicht. Und schon sind Osten und Westen wieder getrennt durch Stacheldraht. Nicht nur ein neuer kalter Krieg ist ausgebrochen, sondern auch ein heisser ist jederzeit möglich. Und innerhalb kurzer Zeit könnten sich russische und Nato-Panzer direkt gegenüber stehen – so wie 1961 in Berlin. Die Angst vor einer neuen Eskalation lähmt die Stimmung. Von neuen Projekten oder Investitionen will niemand sprechen – die Zukunft, die noch vor kurzem so vielversprechend aussah, ist plötzlich unmittelbar bedroht.

Nicht einmal die Gegenwart ist sicher – was passiert, wenn der Westen die Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland verschärft? Bisher geschah von russischer Seite ausser rethorischer Drohgebärden nicht viel. Aber jeder weiss, dass Russland weitere Sanktionen nicht ohne Gegenschlag hinnehmen wird. Für die vielen westeuropäischen Firmen und Investoren, die in und mit Russland arbeiten, würde das fatal Folgen haben.

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