Krim-Parlament kündigt Referendum über Zukunft an

Nach dem Machtwechsel in Kiew fordern Demonstranten auf der Krim ein Referendum über die staatliche Zugehörigkeit der Schwarzmeer-Halbinsel.

In Simferopol, der Hauptstadt der Krim, haben Hunderte Demonstranten am Donnerstag die Sperren vor dem regionalen Parlament durchbrochen. Sie fordern von den Abgeordneten, noch heute einen Termin für den Volksentscheid festzusetzen. „Wir wollen, dass das Parlament noch heute zur Tagung zusammentritt  und den Menschen die Möglichkeit zur Willenserklärung gibt“, sagte ein Demonstrant zu RIA Novosti.

Der Oberste Rat der Autonomen Republik Krim hat die Durchführung eines Referendums über die Zukunft der Autonomen Republik auf der ganzen Halbinsel angekündigt.

Das Krim-Parlament wird die Rückkehr zur Verfassung von 1992 erwägen.

Das Präsidium rief die Abgeordneten des Krim-Parlaments auf, „auf persönliche Ansprüche zu verzichten, um Entscheidungen zu treffen, die für alle Einwohner der Halbinsel geschichtsträchtig sind.“

Derzeit befinden sich mehr als 500 Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude, größtenteils Männer. Immer neue kommen an.  Die Demonstranten skandieren „Russland“. Kurz davor war bekannt geworden, dass die Bürgerwehr das Gebäude des Parlaments und der Regierung in Simferopol unter ihre Kontrolle gebracht hat. „Heute wurde die russische Flagge am Parlament der Krim gehisst und sie wird nie mehr herabgelassen“, kommentierte der regionale Politiker Oleg Sljussarenko.

Die ursprünglich russische Halbinsel Krim war in der Regierungszeit von Nikita Chruschtschow 1954 symbolisch an die Ukraine übergeben worden. Die vor mehr als 220 Jahren als russischer Marinestützpunkt gegründete Stadt Sewastopol war zu Sowjetzeiten Heimathafen der sowjetischen Schwarzmeerflotte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 sind dort sowohl die russische Schwarzmeerflotte als auch die ukrainische Marine stationiert.

[Mit Material von Stimme Russlands und RIA]