Krim: Keine Bic Macs mehr – alle (drei) Mc Donald´s schließen

Offiziell wirtschaftliche Gründe - einheimische Medien vermuten politischen Hintergrund - drei Restaurants betroffen

Eine Nachricht geht um die Welt: Mc Donald´s schließt alle dortigen Filialen. Für die Wahl-Russen gibt es keine Bic Macs mehr. Da die Presse allerorten schon breit über dieses Unikum berichtet, bleibt uns nur, einen Blick in die örtlichen Medien zu werfen, was man auf der Krim denn so davon denkt.

Dort fällt erst einmal auf, dass sich die Onlinemedien gar nicht so breit mit diesem Schritt, der weltweit Schlagzeilen macht, beschäftigen. Einige berichten gar nicht darüber – vielleicht weil es in der betreffenden Stadt noch keinen Mc Donald´s gibt, der nur in russischen (pardon, ukrainischen) Großstädten und Touristenhochburgen zur „Originalausstattung“ gehört. Laut der örtlichen Zeitung Krym.net gab es nur drei Filialen des Fastfood-Riesen auf der Halbinsel. Ein Aushängeschild war dabei das in der Krim-Hauptstadt Simferopol, das laut Informationen der Zeitung im weltweiten Mc Donald´s-Ranking auf Nummer 13 aller hauseigenen Burgerbuden stand.

Schließen muß der Schnelless-Tempel trotzdem genauso wie die beiden anderen Ableger in Sewastopol und Jalta. Zehn Millionen US-Dollar Investititionen des Burger-Konzerns gingen damit nach örtlichen Infos in Rauch auf – aber man scheint es sich leisten zu können. In der übrigen Ukraine, zu deren Unternetz die Krim-Filialen natürlich weiterhin gehörten, bleiben auch noch 75 weitere Burgerbuden im US-Eigentum übrig.

Offizieller Grund für die Schließung sind wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen. Für Jalta, eine beliebten Touristenmagneten, dürfte das auch stimmen, denn ein militärischer Konflikt mit internationalen Schlagzeilen tut dem Urlaubergeschäft auch dann nicht gut, wenn eigentlich kaum ein Schuss fällt. Doch die örtlichen Medien bezweifeln die Wirtschaftstheorie und vermuten eher politische Gründe dafür, dass die Krim-Bewohner nun keine US-Burger mehr kaufen können. Krym.net interviewt dazu auch den Geschäftführer der Japan-Food-Kette „Taki Sushi“, der vergleichbare Schwierigkeiten mit denen, die Mc Donald´s angab, nicht bestätigen konnte.

Man rechnet auch damit, dass das Minus an internationalen Touristen in diesem Sommer durch patriotische russische Urlauber ausgeglichen wird, denen ihre Politiker bereits Krim-Urlaubsreisen nahe gelegt haben. Weiter fand das Geschäft gerade in den beiden Großstadtfilialen vor allem mit Einheimischen statt und war es auch schon vor dem Wechsel der Halbinsel normal, dass das Geschäft in Rubel und Griwna mit Russen und Ukrainern lief.

Den Mitarbeitern wurde angeboten, auf Mc Donald´s-Filialen auf dem ukrainischen Festland zu wechseln. Angenommen wird das laut übereinstimmenden Meldungen der Krim-Medien von kaum jemandem. Die meisten wollen lieber auf der Krim eine andere Arbeit suchen. Ein Echo aus der Politik gibt´s laut der Onlinezeitung Nowosti Kryma auch bereits: Der russische Rechtspopulist Schirinowski plant Streikposten vor den Moskauer Mc Donald´s Filialen, um den US-Konzern und sein „Gift“ auch aus der russischen Hauptstadt zu vertreiben. Auch die Krim-Zeitung Sevnews reagiert eher hämisch: Nun seien die Krim-Bewohner doch ein Stück näher gerückt an eine gesunde Ernährung.

Foto: Southgeist, Wikimedia Commons, zu sehen ist ein Mc Donalds in Sankt Petersburg, da wir leider bisher keine Krim-Mc Donalds fotografiert haben und es jetzt zu spät ist 🙂