Krim: Femen-Debakel und schnellere Volksabstimmung [mit Video]

Wütende Menge schlägt kreischende Nackedeien - Referendum vorgezogen, doch Kiew versucht zu sabotieren - Kritik an Parlamentskommission zum Sprachengesetz

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Schlagzeilen in den Medien auf der Krim machte vor allem eine russlandkritische Aktion der auch in Deutschland hinlänglich bekannten Femen und das Vorziehen der Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit.

Den Kern des „Femen-Events“ in Simferopol, der Krim-Hauptstadt zu beschreiben ist fast überflüssig, da die Aktionen ja immer recht gleich ablaufen. Natürlich entledigten sich die Damen (offenbar aus Frankreich stammend) der Oberbekleidung und schrien relativ hysterisch gegen Putin gerichtete Parolen. Sie waren dieses Mal jedoch ein wenig zur falschen Zeit am falschen Ort. Um sie herum gab es gerade eine Aktion der prorussischen Volksversammlung, einer Bewegung unter Krim-Einwohnern, und so war das Ergebnis dieses Mal kein Einschreiten von Security, sondern Buh-Rufe, Würgeversuche und Schläge von einheimischen Passanten. So sah es durch die Aktion ein wenig aus, als bestünde die gesamte Krim aus Putin-Fans, außer zwei hysterisch kreischenden Nackedeien. Ob das der Eindruck ist, den die Femen mit ihren Aktionen wecken wollen, ist die Frage. Was einige der gebrauchten  russischen Schimpfwörter bedeuten, muss nicht übersetzt werden.

Ansonsten war die örtliche Presse voll von Artikeln über die vorgezogenen Volksabstimmung über die Unabhängigkeit, die nun schon am 16. März stattfinden soll. Sabotiert wird ihre Durchführung laut sevnews.info von der zentralen ukrainischen Wahlleitung in Kiews, die versucht, die Daten des Wählerregisters für die Behörden der Krim zu blockieren. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass die Durchführung des Referendums an diesen technischen Problemen scheitert. Kritik gab es auf der Krim nach Informationen der Onlinezeitung ikrim.net auch über die Kiewer Kommission, die jetzt an einem neuen russischen Sprachengesetz arbeitet und mit mehreren bekannten „russophoben“ Mitgliedern besetzt sei.

russland.TV hat mittlerweile Kontakt zum örtlichen Web-tv kerch.fm geknüpft und wird noch heute aus dortigem Material örtlicher Filmer einen Report von der Krim präsentieren.