Krim: Bargeldmangel und Wechselstimmung [mit Videos]

Geldautomaten leer oder beschränkt benutzbar - Wechselstimmung zu Russland ist ungebrochen - kostenlose Flaggenverteilaktion

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Nicht nur das bevorstehende Referendum beherrscht aktuell die Meldungen der örtlichen Onlinepresse. Auch der Mangel an Bargeld nährt Sorgen von Journalisten und Bürgern.

  • Dieser Bericht – wie alle von der Krim bei russland.RU – basiert ausschließlich auf Meldungen der und unseren Kontakten zur örtlichen Presse, um eine Beeinflussung unserer Berichterstattung durch deutsche oder russische Propaganda zu verhindern.

Es geht nicht so sehr um Geld auf Konten, sondern wirklich um die Barschaft. Wie die Onlinezeitung ikrim.net berichtet, drehten mehrere Geldtransporte vom ukrainischen Festland beim Erreichen der Straßensperren der „höflichen bewaffneten Männer“ um. Vor den Geldautomaten auf der Krim selbst bilden sich mittlerweile lange Schlangen, die Auszahlbeträge sind beschränkt. Auch die Auslieferung von Paketen und Frachtdiensten ist teilweise gestoppt worden. Mehere Geldautomaten seien schon komplett leer geräumt worden und Nachschub käme keiner, ansonsten bekommt man maximal 1.500 Griwna am Tag. Das sind etwa 115 Euro. Die Schuld für den Geldmangel wird vor Ort hauptsächlich auf Kiew geschoben, das die Halbinsel finanziell ausbluten wolle. Eine Umstellung der Inselwährung auf Rubel ist bereits in Planung.

Der Begeisterung für den Wechsel nach Russland tut der Bargeldmangel keinen Abbruch. Unsere Partnerzeitung Kertsch FM, selbst kein den Seperatisten nahestehendes Presseorgan, hat bei einer geheimen Straßenumfrage unter knapp 1.200 Bürgern der Krim-Stadt Kertsch 67 % Zustimmung zu einem Wechsel der Krim nach Russland gezählt, 18 % waren für einen eigenen Krim-Staat und nur 15 % für einen Verbleib bei der Ukraine. Um nun entsprechend dekorieren zu können, werde laut der Sevastopoler Onlinezeitung Forpost von einer ominösen Aktion kostenlose russische Flaggen verteilt, die auch schon an vielen Häusern und Balkonen zu sehen sind. Angesichts der offensichtlichen Stimmung vor Ort erscheint es schon fast vermessen, wenn die EU oder die USA Hoffnung haben, den Wechsel der Halbinsel an Russland über Sanktionen oder ähnliche Zwangsmaßnahmen zu verhindern. Saison haben auf der Krim nach wie vor Filme über die Entfernung ukrainischer Hoheitszeichen:

Die Angst vor einem militärischen Angriff vom Festland scheint sich hingegen etwas beruhigt zu haben. Filme über Militärbewegungen werden deshalb aber nicht seltener, wie hier von unserem Partner Kertsch FM

Angesichts der Dynamik vor Ort scheint das Ergebnis am Sonntag schon so gut wie vorprogrammiert. Alles außer einer Zustimmung von 60+ der Bevölkerung würde eine große Überraschung und eine Schmach für die Offiziellen in Krim und Russland sein