Krim: Angst vor Ukrainischem Militärschlag [mit Videos]

Wiederaufnahme Bahnverkehr mit Durchsuchungen am Bahnhof – feindliche Stimmung und Vorwürfe gegen Westpresse vor Ort – Sorge um Menschenrechte

Durch die nach Unabhängigkeit strebende ukrainische Halbinsel Krim zogen auch am heutigen Tag wieder eine ganze Menge Nachrichten und Gerüchte. Das beherrschende Thema ist die Sorge vor kommenden militärischen Auseinandersetzungen.

  • Dieser Bericht – wie alle von der Krim bei russland.RU – basiert ausschließlich auf Meldungen der und unseren Kontakten zur örtlichen Presse, um eine Beeinflussung unserer Berichterstattung durch deutsche oder russische Propaganda zu verhindern.

Amateurvideos vom Festland über ukrainische Truppenbewegungen in Richtung Krim vor allem in der angrenzenden Region Cherson gehören momentan zu den meistgeschauten Videos des osteuropäischen YouTube:

Sie werden häufig von ostukrainischen Sympathisanten mit der Unabhängigkeit auf der Krim ins Netz gestellt. Solche gibt es vor allem in der angrenzenden und russischsprachigen Ostukraine viele. Begleitet werden sie von unheilvollen, aber ohne nähere Quelle dargebotenen Meldungen gut unterrichteter Kreise aus Kiew, dass vor dem 16.3. ein Militärschlag der Ukrainer bevor stünden. In eine ähnliche Richtung deuten unter Umständen die umfangreichen militärischen Bewegungen der russischen Armee auf der Krim selbst, die anders nicht erklärt werden können, da die russische Armee kein Vorrücken außerhalb der Krim plant. Offiziell sprechen die Ukrainischen Militärs laut der Onlinezeitung ikrim.net von einer bevorstehenden „Übungen“.

Die auf der Krim  befindlichen westlichen Berichterstatter geraten wegen ihren einseitigen Berichten von vor Ort immer mehr unter Beschuss der einheimischen Presse und prorussischen Einwohner. So haben sie in den letzten Tagen stets nur über die russischen Militärbewegungen und nicht von den ukrainischen berichtet.  Wie auch westliche Journalisten sebst schildern, schlägt ihnen von prorussischen Bewohnern deshalb bereits Ablehnung bis Feindschaft entgegen. Jetzt bezichtigt die Onlinezeitung sevnews.info aus Sewastopol jedoch die britische BBC der offenen Lüge über in Wirklichkeit gar nicht stattgefundene Misshandlungen proukrainischer Demonstranten in Sewastopol am gestrigen Tag. Hierzu sei vom britischen Sender sogar Fotomaterial von anderen Ereignissen außerhalb der Krim herangezogen worden, um den Vorwurf zu konstruieren. Forpost (ebenfalls aus Sewastopol) haben sogar einen westlichen Beitrag über eine kleine proukrainische Kundgebung abgefilmt und bitten fremdsprachenkundige Mitbürger um Hilfe, ob der Bericht den Tatsachen entspricht:

 Dennoch kritisieren alle örtlichen Online-News weiter den kommentarlosen Austausch praktisch aller ukrainischen Sender vor Ort durch russische im Kabelnetz. Dieser wurde von Offiziellen gegenüber der Onlinezeitung Forpost „technisch“ begründet.

Nach einer mehrtägigen Unterbrechung ist der Verkauf von Bahnkarten auf das ukrainische Festland wieder aufgenommen worden, berichtet unsere örtliche Partnerzeitung Kertsch FM. Wie ikrim.net ergänzt, werden jedoch aus der Ukraine ankommende Fahrgäste nun neu auf der Krim von einer Bürgermiliz kontrolliert, wovon es auch ein Video gibt:

Die Überwachung der Einhaltung von Menschenrechten würde von russischen Beauftragten in Zusammenarbeit mit Kertsch FM versucht. Anführer der Delegation ist das Mitglied des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten Andrej Jurow. Sie werden wohl einiges zu tun haben, denn über die Verschleppung oder Verhaftung antirussischer Journalisten oder Aktivisten vom ukrainischen Festland gibt es bereits Meldungen. Zwar verlaufen die vielen großen Kundgebungen und Feste der prorussischen Mehrheit friedlich, jedoch ist die Stimmung gegenüber vor allem der westukrainischen Euromaidaner und Nationalisten sehr aufgeheizt. Die proukrainische Minderheit der Krim-Tataren versucht der Krim-Regierungschef Aksjonow derweil weiterhin zu einer Beteiligung an seiner Regierung zu bewegen.