Kreml: Aufbau der Krim zu langsam

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Zwei Blockaden war die Halbinsel Krim in ihrer jüngeren Geschichte ausgesetzt, beide betrafen die im Südwesten gelegene Hauptstadt Sewastopol: im Krimkrieg 1854/55 und im Zweiten Weltkrieg 1941/42. Eine dritte, bislang nur wirtschaftlicher Natur, dafür aber über die gesamte Halbinsel erstreckt, besteht seit der Annexion der Krim – bzw. ihrem Anschluss an das russische Mutterland.

In einem Beitrag für das US-Magazin “National Interest” macht der Carnegie-Experte Thomas de Waal deutlich, dass die Krim seitens der EU und der USA derzeit einem der härtesten Embargos weltweit ausgesetzt ist. Praktisch sämtliche Beziehungen zum Westen wurden gekappt: Warenaustausch, Transport, Finanztransfers. Die Sanktionen sind unvergleichlich härter als gegen das übrige Russland und nur vergleichbar mit jenen, die in der Vergangenheit gegen Kuba, den Iran oder Sudan verhängt wurden.

US-Anwälte: Kontaktverbot auf der Krim

US-Anwälte weisen ihre Unternehmenskunden inzwischen an, jeden Kontakt mit der Krim und dort ansässigen Unternehmen oder Personen zu meiden. Die amerikanische Rechtsprechung sanktioniert sogar Lieferungen aus Drittländern auf die Halbinsel, sofern nur 25 Prozent des gelieferten Produkts aus den USA stammen.

In Abstimmung mit ihren westlichen Alliierten hat auch die Ukraine empfindliche Boykottmaßnahmen gegen die Krim umgesetzt. Noch auf absehbare Zeit ist die Infrastruktur der Halbinsel weitgehend von der Ukraine abhängig. Das gilt für Wasser, Strom und Transport. Zwar hat Kiew den Hahn noch nicht ganz zugedreht, doch die Bewohner leiden. Zudem drängen nationalistische Kräfte im ukrainischen Parlament auf eine totale Wirtschaftsblockade.

Die Absicht des Westens ist eindeutig. Moskau soll an dem Bissen so schwer zu schlucken haben wie nur irgend möglich.

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