„Krasava“ – Der Confed-Ball ist rund

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Ja das waren noch Zeiten, als ein Fußball im Grunde nichts anderes als ein Fußball war. Lederflicken die aneinander genäht waren, zuerst noch länglich und braun, später dann schwarz-weiß gefleckt, gaben das perfekte Spielgerät im Kampf um Tore, Titel und Triumphe. Die neue Generation des simplen Fußballs präsentiert sich, passend zum jeweiligen Anlass, bunt und funktionsgerecht – der Ball aus der High-Tech-Schmiede.

Bei besagtem Spielgerät handelt es sich um den Fußball mit dem im kommenden Sommer um den Confederations-Cup gespielt werden wird. Diesem kleinen Turnier, bei dem die jeweiligen Meistertitelträger der Kontinente unter sich bleiben. Der sportliche Wert sei dahingestellt, für die Veranstalter indes ist es die letzte große Generalprobe vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Immerhin werden dann die Stadien in Sotschi, Kasan, Moskau und St. Petersburg beweisen müssen, dass sie tauglich für die WM 2018 sind.

Jedes große Turnier verdiene einen fantastischen Ball, sagt Alexej Smertin, ehemaliger Nationalmannschaftskapitän und Botschafter für Russland 2018, im Brustton der Überzeugung. „Die Zuschauer dürfen sich beim FIFA Konföderationen-Pokal 2017 auf viele schöne Tore freuen“, womit Smertin auch schon auch gleich die Brücke zum Namen des Balles schlagen konnte. „Die russischen Wörter ‚krasava‘ und ‚krasivyi‘ (schön) gehen auf die gleiche Wurzel zurück. Ich bin ganz sicher, dass die Fans rund um die Welt sich für diesen Namen begeistern können, denn er klingt nicht nur für russische Ohren sehr angenehm.“

„Krasava“ also, der Name ist Programm beim „Festival der Meister“, wie der Confed-Cup voller Pathos auch genannt wird. Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller „Adidas“ erklärt dann auch gleich die technischen Details dieses offiziellen Superballs. „Die weiße Hauptfarbe des Balles wird kombiniert mit roten, gezackten Linien, die einen russischen Rubin darstellen sollen, um metaphorisch den Juwel des Spiels darzustellen“, heißt es in der firmeneigenen Pressemitteilung. Der optisch schon auffällige Ball bestehe aus sechs innovativen Panels mit einer leicht strukturierten Oberfläche, die für perfekten Grip sorge, weiß man weiter in Herzogenaurach. Die äußere Beschichtung bestünde aus einer nahtlosen Oberfläche, die bei unterschiedlichen Bedingungen optimale Spieleigenschaften gewähre.

Aber, als wäre es ein Trost: Der High-Tech-Ball ist, Gott sei Dank, immer noch rund. Seine Premiere erlebt der „Adidas Krasava“ voraussichtlich in Kürze. Am 14. November soll der Ball 2016 beim Freundschaftsspiel zwischen Russland und Rumänien zum ersten Mal live bei einem Fußball-Event zu sehen sein, bevor vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 ausschließlich mit dem „Krasava“ gekickt wird.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.