Knackt Russland UdSSR-Getreiderekord?

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Die russische Agrarwirtschaft ist auf dem besten Weg zu einer historischen Rekordernte. Dank des verregneten, aber trotzdem warmen Sommers könnte die Getreideernte der ehemaligen Sowjetunion deutlich überboten werden. Die Chancen dafür stehen gut.

Der Wettergott hat es dieses Jahr scheinbar gut gemeint mit Russland. Die Wetterbedingungen für das Saatgut waren hervorragend. Perioden von Regen und Sonne wechselten sich gemäß dem Zyklus der Pflanzen derart ideal miteinander ab, dass jetzt, wenn es dem Ende entgegen geht, voller Optimismus auf eine reiche Ernte gehofft werden darf.

Wladimir Petrischenko vom Analyse-Unternehmen ProZerno wagt bereits die ersten Prognosen: Mindestens 130,7 Millionen Tonnen Getreideertrag sollen es werden. Das würde das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 1978 um 2,6 Prozent in den Schatten stellen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg spricht von einer „beispiellosen Ernte“ und selbst das US-Landwirtschaftsministerium muss neidlos zugestehen, dass Russland in den Jahren 2017 und 2018 der größte Weizenexporteur sein wird.

Tatsächlich gab es in den Vereinigten Staaten sowie Kanada Trockenperioden, die sich negativ auf die Ernte der beiden Länder ausgewirkt hat. „Als Ergebnis hat Russland seine frühere Position als führender Hersteller von Getreide verstärkt“, würdigt Bloomberg.

Die Folge dieses Ernterekords habe laut dem Nachrichtendienst zu einem Preisrückgang bei den russischen Exporten geführt, was nun die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhe. Hierbei wird auf den nordafrikanischen Markt verwiesen, da Ägypten der weltgrößte Importeur von Getreide ist.

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.