Kitzbühel kooperiert mit Aeroflot

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Tirol will seine Russen wieder haben. Den Einbruch im Touristik-Geschäft der vergangenen beiden Jahre soll eine Initiative der Österreichischen Bundesbahn mit Aeroflot wieder wettmachen. Schon jetzt ist ein Wachstum an Reisenden aus Russland zu verbuchen, der Markt scheint sich zu erholen.

Das Jahr 2017 war das gemeinsame Tourismus-Jahr Russlands und Österreichs. Das Fazit fällt aus der Sicht der kleinen Alpenrepublik fürs Erste durchaus positiv aus. Man habe allein in diesem Zeitraum einen Zuwachs der Touristen aus Russland von vierzig Prozent gehabt, freut sich die Branche und will noch mehr. Eine Kooperation von Aeroflot und der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) soll den Russen nun ihre Rückkehr nach Tirol erleichtern.

Nur allzu gern erinnert man sich in den beliebten Ferienorten rings um die Landeshauptstadt Innsbruck an die Sturm- und Drangzeit, in denen die Russen buchstäblich Geld wie Heu ausgegeben haben. Aufgrund der Krise in den beiden vergangenen Jahren hat das Goldene Dacherl schon arg Patina angesetzt. Nun will man es, so das Ergebnis des gemeinsamen Touristik-Jahrs, wieder aufpolieren.

„Tirol und das Salzkammergut sind die beliebtesten Reiseziele der Russen in Österreich“, sagt der russische Botschafter in Wien, Dmitrii Ljubinski. Man will es den Russen so kommod wie möglich machen, sagen die Hoteliers und Gastronomen vor Ort. Das Zauberwort heißt „Rail+Fly Austria“, der Schlüssel zum Erfolg sind „Railjets“, so erhofft man sich.

Rückkehr zu goldenen Zeiten

„Das Bundesland Tirol, und somit auch Kitzbühel, sind durch die Fernverkehrsanbindung des Flughafens Wien mit den ÖBB Railjets auch international perfekt erreichbar. Die Railjets starten direkt unter dem Terminal Drei des Vienna International Airports (VIE). Von der Gepäckausgabe und der Ankunftshalle erreichen ÖBB-Kunden den Bahnsteig in wenigen Minuten – und das witterungsgeschützt und barrierefrei“, erläuterte Rene Zumtobel, der Leiter des ÖBB-Regionalmanagements in Tirol laut der Tiroler Tageszeitung.

Vorgesehene Stationen werden im Tiroler Unterland die Bahnhöfe in Kufstein, Wörgl, Jenbach und Innsbruck sein. Von hier aus haben die Railjets Anschlüsse zum ÖBB-Nahverkehr. Stündlich verkehrt ein Anschluss nach Wien ab dem Hauptbahnhof Wörgl. Somit beträgt die Fahrzeit vom Airport Wien bis nach Kitzbühel vier Stunden und 57 Minuten. Hinzu kommt noch der zweieinhalbstündige Flug von Moskau in die Praterstadt.

Zusätzlich bietet die Österreichische Bundesbahn ab dem 29. Dezember noch drei spezielle Direktverbindungen von Wien nach Kitzbühel an. Einen am Freitagabend und zwei am Samstagvormittag, zurück geht es dann am Samstag mit einer Verbindung und am Sonntag mit zwei Verbindungen, wie die Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch erklärt. Mit diesen Angeboten will man die Russen während ihres Neujahrs-Urlaubs in die Perle Tirols locken.

Die Zeichen der Zeit scheinen wieder günstig für das Salzkammergut. Bereits im letzten Winter konnten die Gästezahlen aus Russland um 2,3 Prozent gesteigert werden. Mit der neu geschaffenen Initiative zwischen der ÖBB und Aeroflot sollen es noch mehr werden. Der Railjet wird es richten.

[mb/russland.REISEN]