Kiew: „Gebt mir meinen Mann zurück“ [Videos aus YouTube]

Familienangehörige von eingezogenen Reservisten und Wehrpflichtigen demonstrieren gegen Militäreinsatz in der Ostukraine

Eine Demonstration gegen den Militäreinsatz und die Beteiligung ihrer eingezogenene Ehemänner und Familienväter veranstalteten gestern Angehörige der in der Ostukraine bei der Militäroffensive eingesetzten Reservisten und Wehrpflichtigen der ukrainischen Armee.

Eingezogen für Tage – eingesetzt Monate

Die Männer waren ursprünglich für wenige Tage eingezogen worden und sind nun seit fast einem viertel Jahr in einem hochgefährlichen Einsatz. Die Frauen wollen damit aufmerksam machen, dass im Osten des Landes nicht nur Freiwillige und Berufssoldaten der ukrainischen Armee kämpfen. Auch interessiere sich niemand für die schwierige Lage, in die ihre Familien durch ihre lange Abwesenheit gekommen seien. Hier ein Video der Demo von der Kiewer Onlinezeitung Politnavigator mit einigen O-Tönen der betroffenen Frauen:

Amateuraufnahmen zeigen auch heftige Diskussionen am Rande der Demonstration:

http://www.youtube.com/watch?v=WXdVCm-BlZc

Schlechte Kampfmoral in normalen Armeeeinheiten

Um die Moral der normalen Armeeeinheiten im Osten soll es laut der Onlinezeitung Politnavigator nicht zu besten bestellt sein. Allgemein ist die Motiviation für den Angriff auf die unzufriedenen Landsleute im Osten niedrig und sie fiele sowohl mit dem Fortdauern des Einsatzes als auch mit wachsenden Verlusten. Auch ein rechtzeitiger Austausch abgekämpfter Truppen klappe aktuell überhaupt nicht, so dass diese im Dauereinsatz blieben. Eine höhere Kampfmoral dürfte lediglich die eingesetzte Nationalgarde und die Freiwilligeneinheit haben, da sich diese vor allem aus kampfmotivierten westukrainischen Nationalisten rekrutiert.