Kiew: Angriff auf russische Journalistin [mit Videos]

Nationalistischer Fackelzug an Neujahr in ukrainischer Hauptstadt

Ein Angriff auf eine russische Journalisten bei einer Kundgebung gestern in Kiew macht sowohl in Russland als auch in der Ukraine Schlagzeilen.

Über den Vorfall berichten nicht nur die russischen Staatsmedien, sondern auch oppositionelle russische und ukrainische Medien. Betroffen war die Journalistin Jeanne Karpenko vom russischen Sender LiveNews, der nicht zu den Regierungssendern gehört, diesen aber nahe steht. Ihre Anwesenheit passte offenbar Teilnehmern eines nationalistischen Fackelzugs in der ukrainischen Hauptstadt nicht. Nach der Aufforderung, sich zu verziehen, entrissen Demonstranten Karpenko laut den Onlinezeitungen Politnavigator (Kiew) und dem Radiosender Echo Moskowsky die Kamera und nahmen ihr ihr Handy ab. Sie beleidigten und bedrohten sie, auch von Misshandlungen ist in Berichten die Rede. Auch der liberale Radiosender Echo Moskowsky verurteile den Vorfall als nicht tolerierbaren Angriff auf die Pressefreiheit. Von der Sache selbst gibt es nur ein Amateurvideo:

Schauplatz: Nationalistische Demo in Kiew

Sie ereignete sich auf einem Fackelzug mit mehreren Tausend Teilnehmern zu Ehren des westukrainischen „Helden“ Bandera, der im Zweiten Weltkrieg auf Seiten Hitlerdeutschlands gegen die Rote Armee kämpfte. Hier Aufnahmen des Zugs des russischen Staatssendern  Russia Today (offenbar von weiter weg aufgenommen, als LiveNews):

Feldzug zum Ural und Kuban für die Ukraine

Bei der Veranstaltung, organisiert von den Parteien „Swoboda“ und „Rechter Sektor“, wurden laut Politnavigator viele nationalistische Parolen angestimmt, unter anderem Anspruch auf den Kuban erhoben, eine zu Russland gehörende Region sowie ein „Feldzug gegen die Moskowiter bis zum Ural“ gefordert. Hier die Sache mit dem Kuban, eine Region am gleichnamigen Fluss bei der russischen Stadt Krasnodar im Original (Einblendung im Bild ist falsch, Zeitpunkt der Demo war der 1.1.15, nicht der 1.12., siehe auch Videobeschreibung):

Und hier auch der Kreuzzug zum Ural:

Roland Bathon, russland.RU