Keine Bruderhilfe – Belarus darf nicht Flagge zeigen

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Aus Solidarität mit den ausgeschlossenen russischen Paralympioniken wollte Weißrussland am 7. September bei der Eröffnungsfeier in Rio russische Fahnen mit ins Stadion nehmen. Das wird ihm nun von höchster Stelle verboten. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) sieht in dem Vorhaben einen „politischen Protest“ und droht den Sportlern aus Russlands „Bruderstaat“ mit harten Strafen.

Aus der Pressestelle des IPC verlautete: „Russland hat kein Recht, bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio anzutreten, deshalb wird keiner die russische Fahne bei der Eröffnungszeremonie tragen. Sollten weißrussische Sportler (…) russische Fahnen tragen, wird das als politischer Protest eingeschätzt, und gegen die entsprechenden Sportler und/oder das Nationale Paralympische Komitee werden bestimmte Maßnahmen ergriffen.“

Durch die Straßburger Hintertür?

Anlass für die Warnung war die Reaktion des Vorsitzenden des Weißrussischen Paralympischen Komitees, Oleg Schepel, auf das Teilnahmeverbot für die gesamte russische Behindertenmannschaft. Er erklärte am Dienstag, er habe nicht vor zu schweigen: „Ich habe sogar angeordnet, zur Eröffnung der Spiele in Rio weißrussische und unbedingt russische Fahnen mitzunehmen. Ich bin mir sicher, dass man sich in einem halben Jahr beim Paralympischen Komitee Russlands entschuldigen wird.“

Derweil hat Wladimir Lukin, der Chef des Russischen Paralympischen Komitees, den Athleten seine Unterstützung zugesichert, die den Ausschluss von Rio beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anfechten wollen. „Wir werden sie im Rahmen unser Möglichkeiten beraten“, sagte er am Dienstag gegenüber TASS.

Obwohl das Auftauchen einzelner russischer Athleten in Rio wohl aber mehr Theorie als reelle Möglichkeit ist – vielleicht brauchen die Weißrussen ja doch nicht ihre eigene Teilnahme aufs Spiel zu setzen, und die russische Trikolore kommt am 7. September auf ganz legalem Wege ins Olympiastadion?

[sb/russland.NEWS]