Katalonien: Hysterie über russische Einmischung geht weiter

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Es scheint, als ob die Informationshetze gegen Russland zur politischen Tagesordnung in Europa gehört. Das Referendum in Katalonien bildet in diesem Zusammenhang keine Ausnahme. Moskau wird vorgeworfen, sich in die Volksabstimmung im brisanten Kampf Kataloniens für seine Unabhängigkeit einzumischen.

Dass das Thema Separatismus in Russland nach den Ereignissen in der Ukraine ein sensibles Thema ist, ist unumstritten. Und dass eine Unterstützung der rebellierenden Region, die versucht ihre historische Heimat zu verlassen, überhaupt nicht mit den Interessen Moskaus übereinstimmt, müsste wohl allen schon seit langem klar sein.

Trotzdem wird Russland erneut bezichtigt, das Referendum in Katalonien mit Informationen beeinflussen zu wollen. Vor allem tragen amerikanische Massenmedien dazu bei, dass die absurde Verschwörungstheorie einer russischen Einmischung noch nicht zu den Akten gelegt werden kann. Einen Tag nach dem Referendum hat beispielsweise die Washington Times einen Artikel veröffentlicht, laut dem russische Nachrichtenagenturen und gefälschte Accounts in sozialen Netzwerken die Stimmung des katalanischen Volkes beeinflusst haben sollen.

Darüber, dass Katalonien schon seit Jahrzehnten mehr politische Eigenverantwortung von Madrid fordert und dass die Regierung in Madrid dazu neigt, diese demokratische Herausforderung mit Gewalt zum Schweigen zu bringen, ist in den zahlreichen Artikeln kaum etwas zu lesen. Aber wenn russische Sicherheitskräfte hart gegen Demonstranten vorgehen, nennt man das autoritäres staatliches Handeln während das harte Vorgehen der spanischen Polizei nur als „besorgniserregend“ bezeichnet wird. Trotz aller Vorwürfe ist die russische Antwort stets ausgewogen geblieben. „Wir sind alle sehr besorgt wegen Spanien, aber die Sache ist natürlich eine innere Angelegenheit Spaniens. Wir hoffen, dass die Krise überwunden wird“, so der russische Präsident Putin

Abgesehen von dieser andauernden Hetzkampagne gegen Russlands muss man mit diesen Vorwürfen konstruktiv umgehen und nicht zulassen, dass die Provokationen zu noch mehr Konfrontation führen.

[Michail Feldman/russland.NEWS]