Kampfjet: Kreml will sich noch nicht äußern

Foto: Alex Beltyukov - RuSpotters Team/Wikipedia CC BY-SA 3.0Foto: Alex Beltyukov - RuSpotters Team/Wikipedia CC BY-SA 3.0
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Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach vorerst von einem „ernsten Vorfall“. Allerdings sei es noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Zuerst müsse man sich ein klares Bild von dem Geschehen machen, wie RIA Nowosti vermeldete.

Auch die westliche Presse gibt sich noch sehr verhalten. Gesichert ist bislang nur, dass die Behörden aus Ankara und Moskau eine unterschiedliche Sichtweise auf den Vorfall zu haben scheinen. Während laut der türkischen Darstellung zwei US-Amerikanische F-16-Kampfjets den russischen Jagdbomber abgeschossen hätten, geht Russland von einer Bodenrakete aus.

Fast ist man geneigt zu glauben, Russland will den Ball vorerst noch flach halten, während die Türkei bereits mit dem brennenden Streichholz vor einem geöffneten Benzinkanister steht. Denn, das hieße in der bisherigen Geschichte der NATO, dass zum ersten Mal ein russisches Militärflugzeug von einem Bündnispartner abgeschossen worden wäre.

Was das bedeuten würde, kann man sich an den zehn Fingern abzählen. Die fatalen Folgen könnten unabsehbar sein. Unklar ist indes auch noch das Schicksal der beiden abgeschossenen Piloten des Jets. Wohl hätten sie sich mittels ihres Schleudersitzes retten können, über den weiteren Verbleib ist jedoch noch nichts bekannt. Vorerst heißt es, der eine sei vermisst, eventuell sogar tot, und der andere in der Hand der Al-Quaida-Gruppe „Al-Nusra“.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.