Kampf um Aleppo nimmt apokalyptische Ausmaße an

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Präsident Assad hat schon vor einiger Zeit erklärt, dass der Kampf in Syrien erst beendet wird, wenn der letzte Terrorist verschwunden ist.

Vor diesem Hintergrund ist der Kampf um Aleppo zu sehen.
Aleppo ist – mit Unterstützung der russischen Luftwaffe – eingekreist, die Versorgungswege der IS Terroristen sind abgeschnitten und die Regierungstruppen sind ins Zentrum der Stadt vorgedrungen, wo sie Straße um Straße um die höchsten Gebäude der Stadt kämpfen, von wo aus die Stadt beherrschbar ist.

Im Osten Aleppos leben etwa 275.000 Zivilisten. Unter Ihnen haben sich etwa 900 IS-Kämpfer verteilt. Nachdem die Offensive der syrischen Regierungstruppen (mit Unterstützung durch die russische Luftwaffe) so erfolgreich war, haben die Regierungstruppen den Beschuss Ost-Aleppos stark zurückgenommen und die Bewohner der Stadt aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Wenn sie blieben seien sie für die Folgen selbst verantwortlich.

Der UN-Sonderbeauftragte de Mistura geht davon aus, dass Ost-Aleppo nach einer gewissen Pause, um die IS-Terroristen zu vernichten, dem Erdboden gleich gemacht werden soll. Er hat an die IS-Kämpfer appelliert, die Stadt durch einen Korridor zu verlassen. Er selbst werde die Kämpfer zu ihrem Schutz begleiten.
„Wenn ihr euch dafür entscheidet, in Würde und mit euren Waffen zu gehen, bin ich persönlich bereit, euch zu begleiten“, sagte er an die Rebellen gerichtet.

An Russland und Syrien richtete er die Frage, ob die Vernichtung von 900 Terroristen den Tod von 275.000 Zivilisten – unter ihnen 100.000 Kinder – rechtfertige.

Frankreich arbeitet weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts. Außenminister Ayrault will einen Resolutionsentwurf in den Sicherheitsrat einbringen und wirbt um russische und amerikanische Unterstützung. Außenminister Lawrow ist gesprächsbereit. Nach diesem Entwurf soll die Anfang September ausgehandelte Feuerpause wieder aufgenommen werden, damit der Bevölkerung humanitäre Hilfe gebracht werden kann. Syrische und russische Kampfflugzeuge sollen am Boden bleiben.
Die damals ausgehandelte Feuerpause war nach einem US-Angriff auf die syrische Armee und einem darauf folgenden Angriff der IS vor gut zwei Wochen von Syrien nach sieben Tagen für beendet erklärt worden.
(Hanns-Martin Wietek/russland.news)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.