Kaliningrad 2018: Nach dem Fußball an die Ostsee

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Im Kaliningrader Gebiet rüstet man sich für die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Aufgrund der Lage an der Ostsee bietet sich dort ein Badeausflug geradezu an. Man hofft darauf, dass die WM-Gäste noch etwas länger in der Exklave verweilen. Im Bade- und Kurort Swetlogorsk wird deshalb aufgerüstet.

Das Hinterland der WM-Stadt Kaliningrad ist überschaubar. Nichts erinnert hier im ehemaligen Ostpreußen an die endlosen Weiten des russischen Kernlandes. Dementsprechend kurz sind die Anfahrtswege an die malerischen Sandstrände der Ostsee. Rund 40 Kilometer nördlich von Kaliningrad in Swelogorsk, dem ehemaligen Seebad Rauschen, hofft man im nächsten Jahr auf einen verstärkten Zulauf an Touristen von Besuchern der Fußballspiele.

Man will in dem mit Abstand schönsten Seebad an der samländischen Küste wieder an die goldenen Zeiten anknüpfen. Das damalige Rauschen war schon einer der beliebtesten Urlaubsorte zu Kaiser Wilhelms Zeiten und auch in der Sowjetunion wusste man die reizvolle Lage aus Steilküste, Wäldern und Meer zu schätzen. Nach dem Krieg waren es zunächst Angehörige von Parteikader und Militär, die sich hier erholten. Heute beherbergt der Ort mit seinen rund 11.000 Einwohnern bis zu hunderttausend Kurgäste jährlich. Landläufig wird Swetlogorsk als „Sotschi des Nordens“ gepriesen.

Eine von herrschaftlichen alten Villen gesäumte Flaniermeile, die sich längs zur Küste zieht, lädt mit reichhaltigem Gastronomieangebot zum Verweilen ein. Der Zugang zum Strand selbst ist für den Autoverkehr gesperrt, die Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe sind deshalb rar und heiß begehrt. Dass das Hauptgeschäft in Swetlogorsk der Handel mit Bernstein ist, merkt man spätestens nach ein paar Schritten durch die sogenannte „Venusschlucht“ auf der Strandpromenade. Sie ist ein Mix aus Basar und Biergarten und dementsprechend dicht bevölkert.

Hier wird nun gebaut. Noch schöner und erholsamer will man den Ort zur Fußball-Weltmeisterschaft herrichten. Neue Hotels und Restaurants sollen entstehen, sogar den Ostsee-Strand will man neu aufschütten und verbreitern. „Der Tourismus-Cluster ‚Rauschen‘ – das ist eine neue Promenade mit allen dazugehörigen Infrastruktur-Objekten. Bis zur Weltmeisterschaft müssen die Arbeiten abgeschlossen sein“, fordert deshalb der stellvertretende Gouverneur der Region, Garry Goldmann.

Swetlogorsk, das sich seinen damaligen ostpreußischen Charme erhalten hat, ist von Kaliningrad aus bequem mit Bus und Bahn zu erreichen. An der Beschilderung für den Autoverkehr muss hingegen noch gearbeitet werden, da es eine gute Weile dauert, bis man sich endlich durch die Randgebiete der Stadt geschlängelt hat.

[mb/russland.NEWS]