Journalisten in Odessa leben gefährlich

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[Ulrich Heyden ] Verhöre, Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten. Über 50 Regierungsgegner in Haft. Gouverneur Michail Saakaschwili wird von Sondereinheit bewacht.

Trotz verstärkten Polizei-Kontrollen und dem Einsatz von Spezial-Kräften ist die Lage in Odessa weiter angespannt. Die Opposition wagt sich nur selten und in kleinen Gruppen auf die Straße. Die Angst vor Übergriffen von Nationalisten und Sicherheitskräften ist groß. Die Unsicherheit wirkt sich auch auf den Tourismus aus. Urlauber bleiben weg. An den Stränden von Odessa ist wenig los.

Selbst Michail Saakaschwili, der vor einer Woche ernannte, neue Gouverneur von Odessa, fühlt sich nicht sicher. Wie das Internetportal Timer berichtete, bekam Saakaschwili auf Anweisung von Präsident Petro Poroschenko eine Sondereinheit als Leibwache zugeteilt. Er werde in Odessa „stärker beschützt als in Kiew“, erklärte Saakaschwili.

Regierungskritische Aktivisten, Journalisten und Schriftsteller leben in Angst. Der Schriftsteller Wsjewolod Nepogodin wurde vom Geheimdienst SBU zu einem „Gespräch“ geladen, berichtete Timer. Nepogodin hatte nach der Ernennung von Saakaschwili in der Moskauer Tageszeitung „Iswestija“ geschrieben, „ein Krieg sei nicht mehr weit“. Der „internationale Verbrecher und Abenteurer Saakaschwili“ könne „einen Konflikt mit Transnistrien provozieren“ und werde danach „nach Washington verduften“.

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