Istanbul: Galten Anschläge russisch-türkischer Versöhnung?

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Istanbul/Moskau – Möglicherweise richteten sich die drei Explosionen, die sich auf dem Istanbuler Atatürk-Airports am Dienstagabend ereigneten, gegen die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Russland und der Türkei. Diese Ansicht vertritt zumindest der Chef des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrats, Konstantin Kossatschjow.

Konform der Angaben der türkischen Behörden, die Terrororganisation IS sei für das Attentat verantwortlich, sieht Kossatschjow die Bemühungen der Türkei, sich wieder an Russland anzunähern, als Hauptgrund des Anschlags.

Der Daesch wolle die Türkei warnen, „an der einheitlichen Anti-Terror-Front teilzunehmen, die vor allem auf Bemühen der russischen Diplomatie hin geschaffen wird“, so der russische Politiker auf seiner Facebook-Seite. Für die Türkei sei es demnach riskant, derzeit Maßnahmen zur Unterstützung des Terrorismus in Syrien zu ergreifen. Das beinhalte vor allem Einkäufe von Öl aus den vom IS kontollierten Quellen, sowie medizinische Betreuung für die Kämpfer.

Eine Beteiligung kurdischer Extremisten werde indes zur Zeit ausgeschlossen. Der Russische Präsident Wladimir Putin sprach der Türkei bereits sein tiefstes Beileid ausgesprochen: „Wir fühlen mit, wir haben Mitleid mit den Opfern des Terroranschlags, der sich gestern ereignete“. Bei dem Attentat wurden 41 Menschen, darunter 13 Ausländer, getötet und 239 verletzt.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.