Istanbul: Attentäter aus der GUS? Fußballer im Glück!

Foto: Commons.wikimedia/Mark Ahsmann CC BY-SA 3.0Foto: Commons.wikimedia/Mark Ahsmann CC BY-SA 3.0
image_pdfimage_print

Angeblich stammten die drei Selbstmordattentäter, die am Dienstagabend über 40 Menschen auf dem Istanbuler Atatürk-Flughafen in den Tod rissen, aus Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Das berichteten mehrere Medien, darunter die „Washington Post“. Demzufolge seien die Attentäter als drei Männer aus Usbekistan, Kirgistan und Russland identifiziert worden.

Noch ist offiziell noch nicht erwiesen, wer der oder die Drahtzieher sind, die hinter diesem schrecklichen Terrorakt die Fäden gezogen haben. Die türkischen Behörden gehen allerdings nach wie vor davon aus, dass die Morde die Handschrift des „Islamischen Staates“ (IS) tragen. Insgesamt wurden von den Behörden inzwischen bei Razzien in der Türkei 13 Verdächtige festgenommen, darunter auch drei Ausländer.

Der Anschlag ist bereits der vierte schwere Terrorangriff in Istanbul in diesem Jahr.Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan rief unterdessen, mit eindringlichem Blick auf den Westen, zur verstärkten Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus auf. Zudem bedankte er sich ausdrücklich bei den Ländern, die der Türkei bisher kondoliert haben.

Unter den 41 Opfern des Anschlags hätten sich laut türkischen Angaben keine russischen und keine deutschen Staatsbürger befunden. Ein Deutscher, der seit kurzem einen russischen Pass besitzt, hatte schlichtweg unbeschreibliches Glück. Roman Neustädter, der Schalker Neu-Russe, mit der russischen Fußball-Nationalmannschaft erst jüngst bei der Europameisterschaft ausgeschieden und ab dem morgigen Freitag vereinslos, landete eine Stunde vor dem Attentat auf dem Istanbuler Flughafen.

Neustädter traf sich zu Vertragsverhandlungen mit dem Istanbuler Verein Fenerbahce, wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ berichtete. Noch in der Nacht auf Mittwoch meldete sich der 28-jährige auf Twitter. Über den Kurznachrichtendienst nahm der Innenverteidiger Anteil am Leid der Opfer des Anschlags und deren Angehörigen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.