Interpol überlegt, Fall Chodorkowski wieder aufzunehmen

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Laut dem Sprecher der russischen Generalstaatsanwaltschaft Alexander Kurennoy will Interpol den Antrag Russlands, Michail Chodorkowski auf die internationale Fahndungsliste zu setzen, erneut prüfen, wenn Russland weiteres Material vorlege.

Die Vertreter von Interpol und die der Russischen Generalstaatsanwaltschaft hatten sich getroffen, um allgemeine und spezielle Probleme zu besprechen. „Die Delegation der russischen Generalstaatsanwaltschaft erklärte, alle Probleme, die bei der Zusammenarbeit mit Interpol entstehen können, mit juristischen Mitteln lösen zu wollen.“

„Unter den Problemen. die besprochen wurden, war auch die Frage, warum Interpol es seinerzeit abgelehnt hat, Chodorkowski wegen des Verdachts, die Ermordung des Neftejugansker Bürgermeisters im Juni 1998 organisiert zu haben, zu verhaften. Interpol erklärte sich daraufhin bereit, den Fall erneut zu prüfen, wenn Russland einen weiteren ‚Packen Materials‘ zu dem oben genannten Fall vorweise.“

Am 23. Dezember 2015 hatte das Moskauer Basmanny-Gericht einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Leiter von »Yukos Oil« in Abwesenheit erlassen. Chodorkowski wird im Rahmen eines Prozesses gegen hochrangige Yukos-Manager beklagt, in die Organisation verschiedener schwerer Verbrechen, einschließlich der Ermordung des Bürgermeister von Neftejugansk, Vladimir Petukhov und der Attentate gegen die Manager von »East Petroleum HandelsGes mbH«, Jewgeni Rybin. eingebunden gewesen zu sein.

Am 30. Juni letzten Jahres hat der Untersuchungsausschuss im Zusammenhang mit neu aufgetauchten Beweise, die vermuten lassen, dass Chodorkowski vielleicht schon damals eine Reihe von schweren Verbrechen veranlasst hat, die Ermittlungen neu aufgenommen. Am 11. Dezember 2015 wurde Chodorkowski  in Abwesenheit angeklagt, zwei Morde und einen Mordanschlag organisiert zu haben, und auf die internationale Fahndungsliste gesetzt.
(hmw/russland.ru)