Innovativer Baustil aus Russland: Geschichte des Hausdruckes beginnt [mit Video]

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Stupino-Haus, dieser Begriff wird Architekturgeschichte schreiben und die Bauindustrie revolutionieren. Dem russischen Startup-Unternehmen Apis Cor ist es zusammen mit fünf anderen Technologiepartnern gelungen, innerhalb eines Tages ein gedrucktes Haus in eine winterliche Landschaft nahe bei Moskau, in Stupino, zu stellen.

Dass einzelne Elemente mit 3-Druckern fabriziert werden, die dann zu einem Haus verbaut werden, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. An die Vorstellung, ein LKW kommt morgens mit einem großen 3D-Drucker zu einem vorbereiteten Fundament gefahren und hinterlässt abends den Rohbau eines 37 Quadratmeter großen Hauses, daran werden wir uns gewöhnen müssen. Mit dem zwei Tonnen wiegenden Drucker können mit einem Teleskop-Arm Gebäude von einer Grundfläche bis zu 132 m² gebaut, respektive gedruckt werden.

Dach, Isolierung, Fenster und andere Komponenten werden später von Menschenhand hinzugefügt. Die Gesamtkosten des im Video gezeigten 37 Quadratmeter großen Hauses für ein bis zwei Personen liegen unter zehntausend Euro – knapp ein Zehntel des üblichen Preises für konventionell gebaute Häuser. Als kleine Landpartie, als wachsendes Refugium für junge Familien, als Siedlung für Flüchtlinge oder als Unterkünfte in der Antarktis – die Einsatzmöglichkeiten für das digitale Konzepthaus sind mehr als vielfältig. Der Drucker von Apis Cor kann bei Temperaturen von bis zu – 35° C  arbeiten. Allerdings benötigt die Betonmischung eine Temperatur von 5° C, weswegen das Musterhaus im Inneren eines Zeltes gedruckt wurde. Zwei digital geschulte Maurer reichen aus, um den Bau-Roboter zu steuern und zu überwachen,

Das neue Bauunternehmen ist bereits in Moskau, Irkutsk und San Francisco aufgestellt. Der koreanische Elektronikriese Samsung ebenso wie das große russische Bauunternehmen PIK sitzen mit im Boot. Die anderen hochkarätigen Partner bestehen aus dem russischen Isolations- und Abdichtungsspezialisten TechnoNIKOL, dem Verglasungsexperten Okon und der deutschen BITEX, die den spritzbaren Spezial-Putz beisteuert.

Man kann es Nikita Tschen-jun-taj, dem russischen Chefingenieur im Projekt, nicht verdenken, wenn er vollmundig behauptet: „Die große Geschichte des Hausdruckes hat begonnen“.

In drei bis fünf Jahren sollen 3D-gedruckte Gebäude zum Alltag gehören. Wie das deutsche Baurecht auf diese Herausforderung reagieren wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

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