In Trauer vereint – Petersburg am Tag russischen Einheit

Foto: Eugen von Arb/SPZ (c)Foto: Eugen von Arb/SPZ (c)
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[Ein Kommentar von Eugen von Arb] – Was für ein Tag! Der 4. November hätte deprimierender nicht sein können – Kälte, Regen, die volle Herbstdepression. Wer an diesem Tag an den Newski kam, bemerkte die Fahrzeuge der Omon-Sonderpolizei an jeder Ecke – für den Fall wilder „Russischer Märsche“ oder anderer nationalistischer Ausbrüche.

Doch im Gegensatz zu anderen Jahren, in denen sich zum 4. November die Nationalisten und rechtsextremen Gruppierungen irgendwo in der Stadt versammelten, um gegen Ausländer und die Regierung zu wettern und Jagd auf Ausländer und Antifaschisten zu machen, blieb es diesmal ruhig – die Petersburger hatten ganz andere Sorgen: Sie trauerten, und zwar auf ihrem Platz, dem Schlossplatz.

Zu Hunderten pilgerten die Menschen jeden Alters Wetters zur Alexander-Säule um Blumen oder Plüschtiere hinzulegen, Kerzen anzuzünden oder einfach still für einen Moment den Opfern des Flugzeugabsturzes über Ägypten vom 1. November zu gedenken. Besonders schockierend für alle die vielen Kinder, die dabei aus dem kurzen Leben gerissen wurden. Ihnen und ihren Eltern, Verwandten und Freunden sind Zeichungen, Gedichte, Luftballons als Zeichen der Anteilnahme gewidmet. Auf dem Winterpalast die russische Flagge auf halbmast.

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