„In der Ukraine sehe ich in der nächsten Zeit keine Zukunft“

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[Von Jens Mattern] – Der nächstmögliche Westen: Ukrainer in Polen.

Ein wenig ukrainische Akkordeonmusik dringt in den Übungsraum des „Ukrainischen Hauses“ mit den rund zwanzig Eleven. Dmytro F. liest seine Hausaufgaben in polnischer Grammatik vor. Eigentlich studiert der Ukrainer hier in Warschau Betriebswirtschaft, doch sein Polnisch will er weiterhin verbessern und nutzt so den durch Stiftungen finanzierten Sprachunterricht. „In der Ukraine sehe ich in der nächsten Zeit keine Zukunft.“ Noch in diesem Jahr will er seinen Abschluss schaffen.

Polen ist für die Ukraine der „erreichbare Westen“, die Sprache ist verwandt und die Lebenshaltungskosten sind nicht so hoch. Das Land gilt als die erste Möglichkeit, dem krisengeschüttelten Land zu entgehen, das mittlerweile anderthalb Millionen Binnenflüchtlinge bewältigen muss. Insgesamt 23.000 Ukrainer studieren in Polen, wie die polnischen Behörden Anfang April vermeldeten. Dies ist die Hälfte aller ausländischen Studenten an der Weichsel.

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