Importverbot für Wein?

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Ausländische Weine werden teurer – und möglicherweise gar sanktioniert. Der russische Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschow meinte vor wenigen Tagen, sein Land könne den Import von Maschinen und Anlagen zur Weinherstellung verbieten oder die Einfuhrzölle für Traubenmost spürbar heraufsetzen. Zuvor hatten die großen Weinimporteure Preissteigerungen ab September oder Oktober angekündigt. Als Grund wird die Rubelabwertung genannt.

Russland ist bei der einheimischen Weinproduktion zu über einem Drittel auf importierte Rohweine angewiesen, die im Lande vergoren, gemischt oder abgefüllt werden. Im Vorjahr wurden fast 170 Millionen Liter solcher Rohware eingeführt. Die inländische Traubenproduktion (einschließlich der Krim) betrug 300 Millionen Liter. Insgesamt wurden rund 1,5 Milliarden Liter Wein und Schaumwein konsumiert. Heimische Trauben decken nur 20 Prozent der Nachfrage.

Bislang kein Importembargo auf Alkohol

Der möglichst jederzeitige und jedenfalls günstige Zugang zu alkoholischen Getränken hat in Russland den Status eines ungeschriebenen Bürgerrechts. Nach Weißrussland, Tschechien und Polen liegt das Land im europäischen Pro-Kopf-Vergleich beim Alkoholkonsum auf Platz vier. Bei der Formulierung des Importembargos für westliche Lebensmittel und Agrarprodukte im vergangenen Sommer wusste die Regierung genau, warum sie Wein, Bier und Spirituosen nicht auf die Sanktionsliste setzte.

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